Inode mit heftiger Kritik an Telekom-Austria

28. Oktober 2005, 14:45
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Ex-Monopolist hält alternative Internet-Anbieter vom ländlichen Raum fern

Der alternative österreichische Breitband-Internetanbieter Inode hat im ersten Halbjahr 2005 Ergebnis, Umsatz und Kundenzahlen gesteigert. Ein weiterer Netzausbau am Land sei allerdings angesichts des fehlenden Wettbewerbs, hoher Kosten und der unveränderten Monopolstellung der Telekom Austria (TA) am Land "ineffizient und schwierig", weiteres Wachstum schlage sich damit negativ im Ergebnis nieder, sagte Inode-Chef Michael Gredenberg am Dienstag vor Journalisten.

Börse

Ein Börsegang sei weiterhin eine "mögliche Variante" und "frühestens im zweiten Halbjahr 2006" ein Thema, sagte Inode-Finanzvorstand Wolfgang Haidinger, der "nichts gegen frisches Geld von der Börse" hätte. Der Umsatz von Inode stieg von Jänner bis Juni 2005 von 16 auf 26 Mio. Euro, im Gesamtjahr sind 53 bis 55 Mio. Euro (nach 37 Mio. Euro 2004) geplant. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erhöhte sich auf 3 Mio. Euro, im Gesamtjahr soll das EBITDA auf 6 Mio. Euro (nach 1,5 Mio. Euro 2004) steigen. Die Zahl der Mitarbeiter ging leicht von 292 Ende 2004 auf 285 per Ende Juni 2005 zurück.

95.000 Kunden

Der österreichische Breitband-Markt sei im ersten Halbjahr 2005 um 18 Prozent gewachsen, wobei sich die Zahl der DSL-Breitband-Anschlüsse mit plus 30 Prozent bzw. 130.000 Neukunden wesentlich stärker erhöht habe als die der Kabelanschlüsse, die nur um 20.000 Neukunden gestiegen sei, berichtete Gredenberg.

Das Unternehmen zählte zum Halbjahr 2005 95.000 Kunden österreichweit; davon 45.000 xDSL User, 18.000 mit ADSL-Breitbandinternetzugang und 32.000 in den Bereichen Serverhousing, Webhosting und Domain. Das Augenmerk will man weiter auf die Gewinnung von Geschäftskunden legen.

154 Wählämter in 67 Orten entbündelt

Mittlerweile verfügt Inode über einen österreichweiten, ausfallsicheren Glasfaserring und hat bereits 154 Wählämter in 67 Orten entbündelt. Damit kann das Unternehmen mittlerweile 60 Prozent aller österreichischen Haushalte und rund 55 Prozent der heimischen Unternehmen direkte Telefon- und Internetanschlüsse anbieten - ohne weitere Verträge mit der Telekom Austria. Dafür investierte Inode 4,7 Millionen Euro bis Ende 2005. Ende 2005 will man 173 Wahlämter entbündelt haben.

Kritik an Telekom Austria Inode-Gründer Gredenberg übte einmal mehr heftige Kritik an der Telekom Austria, die alternative Internet-Anbieter, mittels hoher Leitungsmieten, vom "ländlichen Raum fernhält". Gredenberg fordert diesbezüglich eine Regulierung im Marktsegment Breitband-Internet. Dazu hat das Unternehmen ein Verfahren vor der Telekomregulierungsbehörde RTR angestrengt, mit einer Entscheidung sei in etwa einem halben Jahr zu rechnen, so Gredenberg.


Inode-Gründer Michael Gredenberg und Finanzchef Wolfgang Haidinger.

Starke Zuwächse erhofft sich Inode im Bereich Voice over IP (VoIP), also bei Telefonier-Services via Internetleitung, derzeit hat das Unternehmen hier schon rund 14.000 Kunden. Im vergangen Jahr waren es rund 10.000. Gredenberg sieht den VoIP-Markt ans "sehr spannend" an. Als "Befruchtung für das Geschäft" sieht er VoIP-Software wie Skype an, da es ja "typische Breitbandanwendungen" seien. Als Gefahr für das eigene Geschäft sieht Gredenberg die Software nicht, da Inode mehr Features bietet. (sum/APA)

  • Inode CEO Michael Gredenberg
    foto: derstandard.at/sum

    Inode CEO Michael Gredenberg

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