Schülerschwund an Pflichtschulen

21. Februar 2006, 12:30
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Trend setzt sich fort: Heuer um rund 6.600 Volks­schüler weniger - Zahl der Taferl­klassler sinkt um 2,7 Prozent - mit Infografik

Im heurigen Schuljahr setzt sich der Trend der vergangenen Jahre fort: Volks- und Hauptschulen verlieren laut einer Prognose des Bildungsministeriums stark an Schülern, während die berufsbildenden mittleren und höheren Schulen stark dazugewinnen. Erneut rückläufig ist heuer die Zahl der Taferlklassler: Statt wie im Vorjahr 86.900 werden heuer nur 84.600 Kinder (minus 2,7 Prozent) mit der Volksschule anfangen.

Hauptschulen verlieren

In Summe nimmt die Zahl der Volksschulkinder von 365.200 auf 358.600 Mädchen und Buben (minus 1,8 Prozent) ab. Ein ähnliches Bild zeigt sich an den Hauptschulen, die sogar 2,5 Prozent ihrer Schüler verlieren (von 270.600 auf 263.800). Vom Schülerschwund ebenfalls betroffen, wenn auch in geringerem Ausmaß, ist die AHS-Unterstufe mit einem Minus von 0,7 Prozent (von 116.500 auf 115.700 Schüler). Insgesamt sinkt die Anzahl der Schüler heuer von 1.205.400 auf 1.193.500 Kinder (minus ein Prozent) und damit erstmals seit langem wieder unter die 1,2 Mio.-Marke.

"Gewinner" sind umgekehrt die Berufsbildenden Mittleren und Höheren Schulen (BMHS) mit einem Zuwachs von 3.300 Schülern (von 184.600 auf 187.900 Schüler, plus 1,8 Prozent) sowie in geringerem Ausmaß die AHS-Oberstufe mit einem Plus von 100 Schülern (plus 0,1 Prozent).

Starke Verluste

Wie stark die Schülerzahl insgesamt zurückgeht, zeigt ein 30-Jahr-Vergleich: Gingen 1974/75 noch 1,46 Mio. Kinder und Jugendliche in die Schule, sind es jetzt nur mehr 1,19 Mio. Besonders deutlich zeigt sich das an den Volks- und Hauptschulen. 1974/75 gab es noch rund 523.000 Volksschüler, heuer sind es nur mehr knapp 359.000. 1974/75 begannen noch 130.500 Kinder mit der Schule, heuer nur mehr 84.600. Die Zahl der Hauptschüler sank im gleichen Zeitraum von 394.000 auf 270.000.

Auch im Langzeitvergleich zeigt sich umgekehrt der Trend zur höheren Bildung: Sowohl AHS-Unterstufe (von 98.000 auf knapp 115.700) und AHS-Oberstufe (von 70.400 auf rund 81.200) als auch die BMHS (von 124.500 auf 187.900) haben von 1974/75 bis 2005/06 massiv an Schülern gewonnen. (APA)

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    Volks- und Hauptschulen verlieren stark an Schülern, während die berufsbildenden mittleren und höheren Schulen stark dazugewinnen.

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