Abtreibungsgegner will in dem Radarbild, das ein Wettersatellit schoss, die Konturen eines wenige Wochen alten Fötus ausgemacht haben
Die Hurrikan-Naturkatastrophe ist für
Fundamentalisten und Fanatiker nicht ein verheerendes Wetterphänomen,
sondern ein Akt Gottes. Steve Lefemine, ein politisch aktiver
Abtreibungsgegner aus South Carolina, will in dem Radarbild, das ein
Wettersatellit während des Hurrikans über New Orleans schoss, die
Konturen eines wenige Wochen alten Fötus ausgemacht haben.
Absicht des Sturms sei die Zerstörung der fünf Abtreibungskliniken
in der Stadt gewesen, beschied er nach einem Bericht der Zeitschrift
"Time" in E-Mails an Gleichgesinnte. Michael Marcavage, der die
christlich-fundamentalistisch Organisation "Repent America" - etwa:
Büße, Amerika - gründete, sah in "Katrina" die Rache für ein
geplantes Homosexuellen-Fest in New Orleans. "Wir glauben, dass Gott
das Wetter kontrolliert", sagte er der "Washington Post". "Am Tag,
als Bourbon Street und das französische Viertel überflutet wurden,
wollten 125 000 Homosexuelle durch die Straßen in New Orleans ziehen
- wir sehen darin einen Akt Gottes."
Die Zeitung zitiert einen "kuwaitischen Beamten", Mohamed Jusef
Mlaifi, nach der arabischen Zeitung "al-Sijassa" mit den Worten:
""Katrina" ist eine Soldatin Allahs". Auf der Webseite "Jerusalem
Newswire" sah ein Schreiber in "Katrina" die Strafe Gottes für
Washingtons Unterstützung der Räumung israelischer Siedlungen im
Gazastreifen.
Diesen Eintrag fand die "Washington Post" auf der Seite: "Amerika
erlebt jetzt, das Gott seine schützende Hand wegzieht, dass er sein
Urteil über das Land umgesetzt, dass die meiste Verantwortung für die
Gefährdung des Bodens und des Volkes Israels trägt." (APA/dpa)