Was formt unsere Weltkarte im Kopf?

Redaktion, 25. September 2005, 17:43
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    foto: reuters/chung

"Oben", "unten" und andere Richtungen, die wir für selbstver­ständlich halten: In welchem Verhältnis stehen Realität und Darstellung?

Immer wieder wird die Frage gestellt, warum in unserem Weltbild der "hohe" Norden "oben" liegt und der "tiefe" Süden "unten". 8tung B. bzw. Go Loose zieht den Rahmen der beliebten Frage noch weiter auf:

"Warum gilt für uns Norden = "oben"? Und Süden = "unten"? Gibt es sowas denn "wirklich"?

Warum wird die Erdkugel immer nur auf eine Art abgebildet? Warum das "Mapamundi" nicht verkehrt herum?

Dreht man sie um, steht die Welt dann Kopf??? Oder betrachten wir unsere Welt einfach nur einseitig?"

Oder anders gefragt: Wie kam es historisch gesehen zur standardisierten Darstellung der Welt - und warum hat sich nie eine Alternative dazu durchgesetzt? Oder gibt es solche Alternativen sogar und wir haben sie bloß nie zur Kenntnis genommen?
(red)

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das ist natürlich aus eurozentrismus so, der aber nicht dabei halt macht, den norden oben zu denken: er vergrößert die territorien im norden auf den gängigen weltkarten auch noch unverhältnismäßig, weil die durch die "draufsicht" verzerrt riesig dargestellt werden. es gibt dazu eine "gegenkarte", die die landflächen in relation zu ihrer tatsächlichen fläche darstellt - die sog. "peters-projektion". vor allem in südamerika werden in vielen schulzimmern "umgedrehte" peters-projektionen verwendet, bei denen der süden oben ist.
auf die schnelle hab ich diesen link aus bolivien gefunden, der die peters-karte feiert, allerdings mit norden oben: http://www.congresobolivariano.org/modules.p... cle&sid=51

also eins ist sicher:

In der MITTE liegt der VATIKAN, fragt's den Schönborn! und so nebenbei, ob der Galilei recht hat, is no net erwiesen, nur "es ist im Bereich des Möglichen"! Das der 0-Meridian durch Greenwich geht haben die den Engländern ja bis heut net wirklich verziehen

wenn der null-meridian

durch den pfauenthron des statthalters in rom ginge ( wessen statthalter ? ), dann wäre es ein synonym füe die hirnleistung des jeweiligen !

p.s. : auf der site id=2168439

findet man weiterführende erklärungen dazu !

die bezeichnung oben

für weiter nördlich stammt daher, dass die zahl des breitegrades höher wird.
natürlich sagen die bewohner der südhalbkugel weiter oben in richtung geograph. südpol ( auf dem sich der magn. nordpol befindet ).
nur die am äquator sind sich unschlüssig.

fazit : rechnerisch ist's definiert, aber es gibt ein sprachenbabylon ( bzw. nichts ist unlogischer als die sprache ).
mfg.

durch die erd-rotationsachse

und den beiden polen ergibt sich ein bezug. die lage des null-meridians ist natürlich willkürliche annahme.
ebenso die bezeichnung oben oder unten, die aber durch definition der nördlichen breitegrade auf der
+y achse definiert wird.
auch die australier sollten unten zum südpol sagen. es sei ihnen verziehen, dass sie das nicht tun.

Nun ja,

es macht Sinn, den Norden oder den Süden als Orientierungspunkte anzunehmen, weil beide tatsächlich Punkte sind, anders als West und Ost.
Globen sind soviel ich weiß, geneigt um die gegen die Umlaufbahn geneigte Erdachse zu simulieren. Die simple Erleichterung der Sicht ist auch eine gute Erklärung.
Und wenn Sie eine Karte zeichnen, und sie drehen können, wie sie wollen, wo befindet sich dann Ihr Land: Mitte oben oder Mitte unten?
Daß die Karte so geblieben ist, ist dadurch zu erklären, daß die europäischen Staaten als erste eine hochgradige Industrialisierung erfahren haben und dem Rest der Welt (außer Amerika) diktieren konnten, wie Karten zu zeichnen sind. Außerdem war es leicht für fremdländische Kartographen, mit den

in kartesischen systemen

gibt es die ordinate und abszisse. oben, unten und rechts, links sind durch vorzeichen definiert.
bei polarer darstellung durch modul und argument.

da gibt es keine sprachverwirrung.
mfg.

...

Techniken die Konventionen zu übernehmen - so wie es für die Anfänge der Kartographie dienlich war, den Nullmeridian durch das eigene Wohnzimmer zu führen.
Daß nach jahrhundertelanger Betrachtung gleich gestalteter Karten Norden im Sprachgebrauch oben ist, ist klar.

Btw haben die Japaner bis tief ins zwanzigste Jahrhundert Karten gezeichnet, in denen ihr Heimatland "im Mittelpunkt" liegt. Vielleicht tun sie's immer nohh. Weiß jemand was darüber?

tun sie noch...

...und nicht nur die Japaner. Japan kann ich definitiv bestätigen, weil ich selber da war, aber angeblich ist das überhaupt im Ozeanischen und ostasiatischen Raum so üblich, dass bei einer Weltkarte Eurasien links, der Pazifik in der Mitte und Amerika rechts liegt. Ist nur verständlich, weil's ja viel übersichtlicher ist (für dort ansässige).

Aber lustig wenn man als Europäer sowas zum ersten mal zu Gesicht bekommt, weil der eigene Kontinent dann nur ein kleiner Appendix links oben im Eck ist. Norden ist aber auch dort oben...

nur soviel,

dass es dieser staat mit heidnischem geisterglauben trotzdem wissenschaftlich und wirtschaftlich weit brachte !
oder möglicherweise deshalb.

die frage lässt sich auch ausdehnen. es könnte ja westen oder osten auch "oben" liegen?!

übrigens ist für norddeutsche, die in österreich sind ihre nördliche heimat "unten".

hmmm...

da drängt sich bei mir dann doch die Frage auf, warum die meisten Globusse (ist das die mehrzahl von Globus?) schräggestellt sind und nicht oben wirklich ganz oben ist... worauf natuerlich unmittelbar folgt, das auch unten nicht ganz unten ist ... Vielleicht hat man sich darauf geeinigt, weil man dann fast jeden Nordstaat (USA, Europa, Russland) ganz nach oben drehen kann ... naja, die Suedstaatler wurden wie bereits erwaehnt wieder einmal nicht gefragt. Das koennte man aber durch eine weitere Drehachse am Globus beheben. So darf jeder mal oben sein :)

Man hat fast den Eindruck,

Sie kennen sich mit oben/unten auch so gut aus wie mit Norden/Süden? Woher denn das? Ist das ein offenes Geheimnis?!

Mehrzahl: Globen, es sei denn er hat 4 Räder ;-)

eigentlich...(etwas OT)

mir fällt immer auf, daß "rauf", (abgesehen von wirklich nördlich bzw.oder höhenmäßig) eine Art "Heimat" darstellt, unabhängig der Himmelsrichtungen
Man fährt "runter" (auch "hinaus"), wenn man sich von zuhause zu entfernt. Dann fährt man wieder rauf ("hinein") nach Hause.
Gitb's da Regeln??? Weil oft ist es genau umgekehrt!

Wohnen Sie auf einem Berg? Dort wo ich wohne, fährt man je nach Höhenlage des Zielortes rauf oder runter.

Wie's ausg'macht is

es gibt einige Karten, die "verkehrt herum" gezeichnet wurden (Mittelalter) irgendwann hat sich halt die Konvention Norden oben durchgesetzt. Dafür gibt's den eingezeichneten Kompass auf Karten, wo dem nicht so ist.

vielleicht wegen dem polarstern?

soweit ich weiß gibt es auf der südhalbkugel keinen stern, der genau über dem nadir steht.
ausserdem waren alle entdecker und wissenschaftler der letzten 500 Jahre (vor 1900) auf der nordhalbkugel zuhause.

Norden oben, Süden unten

Da wir uns die Erde auf einer Achse vorstellen (so ne art Dönerspieß) und wir ganz oben als Nordpol und ganz unten als Südpol definiert haben, darum ist Norden oben und Süden unten. Wenn man das ganze nun so auf einen tisch mit schräger arbeitsfläche legt, dass norden oben und süden unten ist, ergeben sich automatisch auch die Richtungen für Osten und Westen.

(Ist doch egal obs stimmt oder nicht, die Erklärung klingt doch logisch oder *g*)

unzureichend nachgedacht

"wir ganz oben als Nordpol und ganz unten als Südpol definiert haben".....genau um diese frage geht es ja - warum wurde das gemacht?
daß es dann auf einer karte so ist, daß norden oben ist, ist ja klar - aber warum wurde es vorher so festgelegt darum gehts ja hier

Die ganze Diskussion beweist wieder mal:

Alles ist relativ (und relativ kompliziert) verständlich und doch wieder nicht richtig.
Solange nicht klar ist ob die Erde nicht doch eine Scheibe ist, würde ich die Kartendiskussion als nicht entscheidbar ansehen.

Gestern bin ich mit meinem Flugzeug sowohl nach NORDEN als auch nach SÜDEN nach UNTEN nach OBEN geflogen.

Warum hat sich nie eine Alternative dazu durchgesetzt?

Im Englischen gibt's da so einen Spruch: "Never change a sinking ship!" oder so, oder war das doch was mit einem "winning team" und irgendwelchen Ratten??? (mit Sprichwörtern kenn' ich mich nicht so gut aus) ;-)

In jedem Fall sind die menschlichen Karten bei der Ankunft von Auswärts keine wirkliche Hilfe!
Eine zweidimensionale Darstellung einer multidimensionalen Realität - wirklich unzureichend!
Ich glaube bis heute, dass ich mich damals in irgendeiner Dimension geirrt habe und hier gar nicht sein sollte ...

also einen moment bitte...

... für mich is das definitiv nicht so, dass das alles selbstverständlich wär; wenn auch norden und süden - genau so wie oben und unten - klar sind, so muss ich über ost und west - genau so wie über links und rechts - immer wieder nach"zählen" ("nie ohne ...").

ich glaub ja dass das was damit zu tun hat dass ich ein umg'lernter linkshänder bin...

Alternative:

Im Alten China wurde Süden oben gedacht, weil der Sohn des Himmels von "Bei Jing" (=nördliiche Hauptstadt) aus nach Süden auf sein Reich blickt, folglich ist aus seiner Sicht Süden auf der oberen Seite seines Blickfeldes und damit auch auf den Karten oben. Diese Sichtweise findet sich beispielsweise noch in der Kosmologie des "Yijing" (I-Ging). Dementsprechend sind auch Osten und Westen gegenüber unseren Karten vertauscht.

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