Grüne für Hilfslehrermodell an Burgenlands Volksschulen

22. März 2006, 16:08
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Vlasich: Einsatz in ein- und zweiklassigen Volksschulen zur Verbesserung der Bildungsqualität - Kosten rund 2,48 Mio. Euro

Für den Einsatz von Begleitlehrern in ein- und zweiklassigen Volksschulen im Burgenland als Maßnahme zur Verbesserung der Bildungsqualität sprechen sich die Grünen aus. Bei einer Pressekonferenz heute, Freitag, in Eisenstadt schlug Bildungssprecher LAbg. Josko Vlasich ein Hilfslehrermodell vor, nach dem 62 zusätzliche Lehrkräfte zum Einsatz kommen sollen. Die zusätzlichen Kosten von rund 2,48 Mio. Euro könne man durch eine Verwaltungsreform einsparen, argumentieren die Grünen.

"Planposten gestrichen"

Sinkende Schülerzahlen und der Finanzausgleich mit dem bei Volksschulen aufrecht erhaltenen Verhältnis Schüler:Lehrer von 14,5:1, wirkten sich "gravierend" aus, so Vlasich. Mit den Schülerzahlen sei auch die Zahl der Lehrerplanposten - von über 2.300 im Jahr 2000 auf mittlerweile rund 1.850 - zurückgegangen. Beinahe 500 Planposten seien gestrichen worden.

Wichtigste Forderung sei daher, "dass in ein- und zweiklassig geführten Volksschulen unbedingt zusätzliche Begleitlehrer eingesetzt werden sollen, um die Bildungsqualität und die individuelle Betreuung der Schülerinnen und Schüler gewährleisten zu können", sagte Vlasich.

"Dramatische Situation"

Leidtragende der Entwicklung seien nicht nur die Lehrer, sondern vor allem die Schüler: Burgenlandweit würden von 202 Pflichtschulen 64 ein- und 59 zweiklassig geführt, das sei "eine sehr dramatische Situation, der wir uns unbedingt stellen müssen." Allein die Ankündigung von Bildungsregionen durch den Landeshauptmann seit zwei Jahren sei keine Lösung.

Bei angenommenen Kosten von 40.000 Euro pro Lehrkraft seien rund 2,48 Mio. Euro für den zusätzlichen Personalaufwand notwendig. Rund 400 Lehrer befänden sich derzeit in der "Warteschleife" für einen Job, so Vlasich.

Um die Kosten hereinzubekommen, schlagen die Grünen die Abschaffung von "Doppelstrukturen" im Bildungsbereich vor und fordern etwa eine Zusammenlegung von Landesschulrat und Schulabteilung. Unter dem Motto: "Bildung statt Beton" wären auch Einsparungen im Straßen- und Güterwegebau möglich, etwa durch eine Zusammenlegung der beiden damit befassten Abteilungen, so Vlasich. (APA)

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