China: Industrialisierung verschlechtert Luftqualität dramatisch

9. November 2005, 13:26
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Anstieg soll sich in nächsten Jahren fortsetzen

Bremen/London - Die zunehmende Industrialisierung in China hat die Luftqualität dort dramatisch verschlechtert. Das geht aus der Studie eines deutsch-französischen Forscherteams hervor. Demnach erhöhten sich die Mengen von Stickstoffdioxid zwischen 1996 und 2002 über den industriealisierten Gebieten Chinas um 50 Prozent. Die Ergebnisse sind am Donnerstag im britischen Fachjournal "Nature" erschienen. Die bisherigen Schätzungen für den Stickstoffdioxidzuwachs seien offensichtlich deutlich zu niedrig ausgefallen, berichten die Forscher um Andreas Richter von der Universität Bremen.

Der mit Hilfe von Satelliten aufgezeigte Trend lasse darauf schließen, dass sich der Anstieg weiter fortsetzen werde, meinen die Wissenschaftler. Ein Grund dafür sei der stark wachsende Energieverbrauch in China. Pro Kopf verbrauchen die Chinesen derzeit erst etwa ein Neuntel so viel wie die Bürger der USA. Auch die Zahl der Autos liege noch weit unter dem weltweiten Durchschnitt, auch wenn sie sich zwischen 1995 und 2002 auf rund 20,5 Millionen verdoppelt habe.

Sommersmog und saurer Nebel

Stickstoffdioxid ist ein gesundheitsgefährdendes Gas, das zu Atemwegproblemen und Lungenschäden führen kann. Es entsteht bei Verbrennungsprozessen in Kraftwerken, Automotoren oder auch bei Waldbränden. Zusammen mit Kohlenwasserstoffen bildet das Gas ebenfalls gesundheitsschädliche Ozon im so genannten Sommersmog. Darüber hinaus trägt es zum sauren Regen bei.

Im Gegensatz zu China stagnieren laut Studie die Stickstoffdioxid- Konzentrationen in den meisten Industrieländern oder haben sogar abgenommen. Über Europa und Teilen der USA sei eine deutliche Verbesserung der Luftqualität gemessen worden. Das ist nach Ansicht der Wissenschaftler ein Erfolg verschiedener Maßnahmen zur Reduzierung des Schadstoffausstoßes in den vergangenen Jahren. (APA/dpa)

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