Rektoren wollen Bakkalaureat für Lehramts-Studien

23. März 2006, 13:57
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Ziel: Bessere Kooperation mit den Pädagogischen Hochschulen in der Lehrerausbildung - Ministerium lehnt ab

Bei der Einführung des neuen dreigliedrigen Studiensystems in Österreich wurden zwei Bereiche vom Gesetzgeber explizit ausgeschlossen: das Humanmedizinstudium und die Lehramtsstudien. Nun fordert die Österreichische Rektorenkonferenz (ÖRK), den Universitäten die Möglichkeit zur Umstellung auf die so genannte Bologna-Studienarchitektur mit den Abschlüssen Bakkalaureat und Magisterium auch im Bereich Lehramststudien einzuräumen.

Streitpunkt Lehrerausbildung

Anlass für die Forderung der Uni-Chefs ist die mit 2007 geplante Umwandlung der Pädagogischen Akademien in Pädagogische Hochschulen (PH). Diese Änderung soll aber nach den Plänen der Regierung nichts an der derzeitigen Lehrerausbildung ändern: Pflichtschullehrer, inklusive den Hauptschullehrern, sollten weiterhin an den PH ausgebildet werden, AHS-Lehrer, auch jene für die Unterstufe, an den Unis. Eine gemeinsame Ausbildung von Hauptschul- und AHS-Unterstufen-Pädagogen hat die ÖVP bisher immer abgelehnt, gilt sie doch als erster Schritt für eine gemeinsame Schule der Zehn- bis 14-Jährigen.

"Bakkalaureat einführen"

Die Rektoren nehmen die bevorstehende Einrichtung jedenfalls zum Anlass, ein Angebot für eine "verstärkte Kooperation in der Lehrerausbildung" zu unterbreiten. "Um eine optimale Durchlässigkeit und Anschlussfähigkeit der verschiedenen Wege in der Lehrerausbildung zu gewährleisten, sollten die Curricula an Universitäten und PH in enger wechselseitiger Abstimmung und Koordination entwickelt werden", heißt es in einer Aussendung der ÖRK am Donnerstag. Voraussetzung dafür wäre aber die Einführung des Bakkalaureat-Studiums für das Lehramt an den Unis.

Nicht in Diskussion

Dies stehe derzeit nicht in Diskussion, erklärte der Leiter der Hochschulsektion im Bildungsministerium, Sigurd Höllinger, gegenüber der APA, der aber kein Hehl daraus macht, dass er das Anliegen der Unis versteht. Eine Kooperation zwischen Unis und PH sei auch im Akademiestudiengesetz fixiert worden.

Die Rektoren betonen, dass sie die derzeitige Aufgabenverteilung zwischen Universitäten und Pädagogischen Akademien bzw. Hochschulen nicht in Frage stellen. "Längerfristig sollte eine verstärkte Kooperation zwischen Universitäten und Pädagogischen Hochschulen aber auch für eine weitere gemeinsame Entwicklung der Struktur der Lehrerausbildung offen sein", betonte man seitens der ÖRK, die in diesem Zusammenhang anbietet, gemeinsame Modellversuche durchzuführen. (APA)

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