Hilfe für finanziell benachteiligte SchülerInnen

24. Oktober 2006, 14:01
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Philips und Caritas unter­stützen arme Familien - Caritas- Präsident Küberl: "Bildung ist meist der einzige Weg, um der Armut zu entkommen"

"Zusätzliche Ausgaben, wie etwa am Schulanfang, können bedürftige Familien schnell in große Schwierigkeiten bringen. Und mit der materiellen Armut geht eine Armut an Bildung einher", sagte Caritas-Präsident Franz Küberl bei einer Pressekonferenz am Donnerstag in Wien. Um den finanziell benachteiligten Kindern zu helfen, hat ein niederländischer Elektronikkonzern vor genau zwei Jahren einen "Schülerfonds" ins Leben gerufen, den die Caritas verwaltet.

Schulsachen und Kleidung

Die Firma Philips packt jedes Jahr 70.000 Euro in die "Schultüte". Zusätzliche Mittel werden aus der "Kurier"-Weihnachtsaktion und der Einbringung von Philips-Geschäftspartnern gewonnen. Seit seinem Start sind bereits über 280.000 Euro in den Fonds geflossen. Mit diesem Geld konnten bisher insgesamt 2.640 Kinder mit Schulmaterial, Kleidung, Nachhilfestunden usw. versorgt werden. Da sich die Initiative in Österreich bewährt hat, wurde der Schülerfonds nun auch in der Schweiz und in Deutschland ins Leben gerufen.

Ferienlager

Bereits zum zweiten Mal konnte im August ein Lern-Ferienlager für österreichische Mädchen und Buben veranstaltet werden. Kindern aus schwierigen Familienverhältnissen wurden dabei einige unbeschwerte und auch lehrreiche Ferientage ermöglicht. Als Partner dieser Aktion konnte wieder der Kongressveranstalter IIR gewonnen werden. "Die Kinder konnten an einem wichtigen Gemeinschafts-Ereignis teilnehmen und mussten sich nicht ausgeschlossen fühlen", so Manfred Hämmerle, Geschäftsführer IIR Österreich GmbH.

Steigende Kinderarmut

Mit der Unterstützung eines Mobilfunkbetreibers startet Ende September ein österreichweiter SMS-Wettbewerb für Schüler in Hauptschulen und Unterstufen-Klassen unter dem Motto "ARM nehmen MUT geben!". Dabei stellt ONE eine Gratis-Nummer bereit und spendet für jeden eingesandten Text 30 Cent an den Schülerfonds.

Kinderarmut ist in Österreich ein aktuelles Thema. Laut dem letzten Sozialbericht des Sozialministeriums ist die Zahl der Kinder in Österreich, die akut arm sind, in den vergangenen zwei Jahren von 87.000 auf 113.000 gestiegen. Insgesamt sind 278.000 Minderjährige arm oder von Armut bedroht. Küberl ortet daher dringenden politischen Handlungsbedarf. Die Pisa Studie habe gezeigt, dass es dem österreichischen Schulsystem nur mangelhaft gelingt, soziale Benachteiligungen abzufedern. (APA)

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