Viele Kommentatoren wissen schon ganz genau, wer die Katastrophe namens "Katrina" verursacht hat: ein Rundgang durch die Internetzentren der Pro- und Anti-Bush-Klimaerzeuger - mit Grafik
Robert F. Kennedy Jr., umweltschutzfreundlicher demokratischer Mandatar, erinnert an die angeblich "zentrale Rolle", die Haley Barbour, Gouverneur von Mississippi und einflussreicher Lobbyist schadstoffintensiver Industrien, bei der Entstehungsgeschichte von "Katrina" gespielt habe:
Im März 2001 schickte Barbour ein Memo ans Weiße Haus, in dem es hieß: "Der Moment der Wahrheit ist gekommen ... Die Frage ist, ob die Umweltpolitik weiter die Energiepolitik dominieren soll wie in der Clinton-Gore-Ära." Und Co2-Regulierung sei eine Form von "Öko-Extremismus". Wenige Tage später hat Bush sein ursprüngliches Wahlversprechen einer Co2-Reduktion revidiert ...
Wissenschaftlich ist die Sache ja klar: Eine in diesem Monat in Nature publizierte Studie macht den Zusammenhang zwischen der Zunahme zerstörerischer Hurrikane und dem vom Menschen verursachten Klimawandel deutlich. Nun sehen wir, was es heißt, den Sturm der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu ernten, den Barbour und Konsorten angefacht haben. Unsere destruktive Haltung hat unserer Nation einen katastrophalen Krieg im Mittleren Osten beschert und jetzt gibt "Katrina" unserem Land eine Vorahnung davon, welches Klimachaos wir unseren Kindern hinterlassen werden.
1998 warnte die republikanische Prediger-Ikone Pat Robertson, dass Hurrikane am ehesten Kommunen treffen würden, die nicht an Gott glauben. Vielleicht hat Barbours Memo "Katrina" dazu gebracht, seine schlimmsten Fluten für das Mississippi-Delta aufzusparen ...
(Quelle: hutchintonpost.com)
* * *Rich Lowry, Kolumnist der regierungsfreundlichen "National Review", ist um eine Antwort an die "Panikmacher", die nach der "Hai-Attacken-" und "Blonde-Mädchen-abgängig-Epidemie" nun eine "Hurrikan-Epidemie" entdeckt hätten und alles auf den Klimawandel zurückführen, nicht verlegen:
Ein Artikel in Nature argumentiert, dass die Wirbelstürme aufgrund der Klimaerwärmung zwar nicht ihre Frequenz, aber ihre Intensität verdoppelt hätten. Wenn das so wäre, kontert etwa der Klimatologe Patrick Michaels, dann wäre das ja für jeden offensichtlich und die ganze Kontroverse gegenstandslos.
In der Tat, wenn man Bevölkerungswachstum und explodierenden Wohlstand in Rechnung stellt, kann von steigender Zerstörungskraft der Hurrikans wohl keine Rede sein. Nach Studien des Klimatologen Roger Pielke von der Universität Colorado, gab es von den fünf zerstörerischsten Hurrikanen des vergangenen Jahrhunderts nur einen nach 1950 - Wirbelsturm "Andrew" 1992. Und: Eine Studie der US-Behörde NOOA (National Oceanic and Atmospheric Administration) besagt, dass es in den letzten 35 Jahren weniger Kategorie-4-Stürme gegeben hat, als angesichts der langjährigen Durchschnittswerte zu erwarten gewesen wäre.
Für Proponenten der Klimaerwärmung zählen solche Daten natürlich nicht. Sie kommen auch nie in die Schlagzeilen - eine Ignoranz, die ein schrecklich bequemes Trugbild nährt: dass nämlich, was immer in der Welt schief läuft, von uns Menschen verursacht ist. Stimmt nur leider nicht. Mutter Natur kann grausam und unberechnbar sein ...
(Quelle: nationalreview.com/DER STANDARD-Printausgabe, 01.09.2005)