Salvador-Allende-Büste kommt in den Donaupark

7. März 2006, 14:20
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Chilenische Gemeinschaft in Wien will Zeichen gegen das Vergessen setzen

Wien - Ab 2. September wird im Wiener Donaupark eine Bronze-Büste des ehemaligen Chilenen Salvador Allende stehen. Gefertigt wurde sie von dem in Wien lebenden chilenischen Künstler Jaime Carvajal. Wien und die in Wien lebende chilenische Gemeinschaft will "im Jahr des Erinnerns und des Gedenkens" damit ein Zeichen setzen, dass Verbrechen gegen die Menschlichkeit niemals vergessen werden dürfen - Demokratie und deren Institutionen sind zu wahren, zu respektieren und zu verteidigen. In der Person Allendes sind diese Aspekte vereint. Mit der Enthüllung dieser Büste durch Landtagspräsidentin Erika Stubenvoll soll ebenfalls ein Beitrag zur Bewusstseinsbildung und zum kollektiven Gedenken geleistet werden.

Allende ist in Chile Symbol für Demokratie und Beginn einer neuen Ära in Chile und ganz Lateinamerika. Der 1970 zum Präsidenten gewählte Chilene hat auch in Wien "Tradition": Seit vielen Jahren gibt es in Simmering den Salvador-Allende-Hof. Auch ein Donauparkweg ist nach Allende benannt. Dieser Parkweg wurde in den 1970er-Jahren von chilenischen Flüchtlingen eigenhändig gepflastert.

Begegnungsstätte

Der Donaupark hat als internationale Begegnungsstätte vieler Nationen seit über vierzig Jahren Tradition, war er doch Veranstaltungsfläche der "Wiener Internationalen Gartenschau 1964", der WIG'64. Gut eineinhalb Jahrzehnte später wurde auch in seiner unmittelbaren Nachbarschaft die UNO-City eröffnet. Auch Lateinamerika spielt im Donaupark eine traditionelle Rolle. 1983 wurde das Denkmal des Befreiers Simon Bolivar von der Regierung Venezuelas errichtet. Alljährlich feiern hier im Juli die sechs bolivianischen Staaten den Geburtstag ihres Befreiers von der spanischen Krone. Im Mai 2004 wurde die Büste des Kubaners Jose Marti in Donauturm-Nähe enthüllt. (red)

Infos:
Donaupark
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