Reflex-Studie: Menschliche Zellen durch Handy-Strahlung gefährdet

7. November 2005, 10:59
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Auswirkungen auf menschlichen Organismus jedoch noch nicht ausreichend erforscht

Die von Mobiltelefonen verursachte elektromagnetische Strahlung, deren Intensität im Rahmen der gesetzlichen Grenzwerte liegt, ist für Zellen definitiv gefährlich. Allerdings sind die Auswirkungen auf den menschlichen Organismus noch nicht ausreichend erforscht. Zu diesem Ergebnis ist nun der Koordinator der internationalen "Reflex-Studie", Franz Adlkofer, gelangt. Am Dienstagabend präsentierte der Münchner Wissenschafter im Wiener AKH die neuesten Erkenntnisse.

Defekte an Zellen

In isolierten menschlichen Zellen habe mehrstündige Bestrahlung mit Elektromagnetischen Wellen unterhalb des so genannten SAR-Wertes zu gentoxischen Defekten geführt, berichtete Adlkofer. Die Spezifische Absorptionsrate (SAR) liegt bei 2 Watt pro Kilogramm Gewebe und wird sowohl von der Europäischen Union (EU) als auch von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als Richtwert empfohlen.

Fehlende Belege

"Ein kausaler Zusammenhang zwischen Elektromagnetischen Feldern und chronischen Erkrankungen ist aber keineswegs belegbar", zog Adlkofer Bilanz. Die Resultate der Studie "erhöhen jedoch die Plausibilität für eine solche Annahme".

Weitere Forschung wichtig

Aus diesem Grund sei die Fortsetzung der Forschung auf diesem Gebiet sehr wichtig. Sollte sich nämlich herausstellen, dass die bisher erlaubte Strahlung sehr wohl für genetische Defekte im Körper verantwortlich ist, wäre das "ein gesellschaftspolitisches Problem", so Adlkofer. Deshalb appellierte der Wissenschaftler an Industrie und Politik, eine frühe Vorsorge anzuerkennen.

"Reflex-Studie"

Die "Reflex-Studie" ("Risk Evaluation of Potential Environmental Hazards from Low Energy Electro-magnetic Field Exposure Using Sensitive in vitro Methods") wurde in zwölf universitären Arbeitsgruppen in sieben Ländern Europas durchgeführt. Sie begann im Februar 2000, wurde Ende Mai 2004 abgeschlossen und kostete knapp drei Mio. Euro – zwei Drittel davon übernahm die EU.(APA)

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