
Die Sektion: Bobos stehen für einen Lifestyle, der urbanes Lebensgefühl und soziales Gewissen verbindet. Darum fühlt sich der Bobo in Wien auch so wohl.
derStandard.at: Sie wollen mit ihren Aktionen Grün-, aber auch ÖVP-Wähler erreichen. Waren solche beim Ferienspiel dabei, oder wurde nur "untereinander" im roten Bereich gespielt?
Die Sektion: Die 140 BesucherInnen haben jedenfalls nicht wie klassische Stammwähler der SPÖ ausgesehen. Sogar ein paar grüne Funktionäre haben uns besucht. Die waren überrascht, was trotz des regnerischen Wetters los war.
derStandard.at: Sie wollen Menschen ansprechen, "die höhere Bildungsabschlüsse und qualifizierte Jobs haben, aber deswegen ihr soziales Gewissen und ihre politischen Ansprüche nicht verloren haben". Der klassische Hackler darf nicht mitspielen?
Die Sektion: Alle sind herzlich willkommen. Der klassische Hackler weiß aber schon sehr genau, was er an der SPÖ hat. Darum wenden wir uns gezielt an jene, die bisher keinen Zugang zum roten Grundgefühl in dieser Stadt hatten.
derStandard.at: Auch die Grünen und neuerdings auch die ÖVP haben die "Bobos" mit ihren Wahlkampf-Aktionen im Visier. Wäre es nicht wichtiger, vielmehr zb. die Arbeitslosigkeit zu thematisieren, statt in einen Wettbewerb der coolsten Strände am Donaukanal bzw. um die Diskussion um den besten Cafe Latte der Stadt mit einzutreten?
Die Sektion: Darum haben wir ja auch im Rahmen des "Bobo-Ferienspiels" gezeigt, was in Wien so getan wird - im Gegensatz zu den skandalösen Versäumnissen des Bundeskanzlers, wenn es z.B. um die Bekämpfung von Jugendarbeitslosigkeit geht. Wir wollen Politik aber vor allem positiv und unverkrampft vermitteln, um die Lust am Mitmachen zu wecken. Mieselsucht bewegt nichts.
derStandard.at: Häupl bekam schon vor Jahren das Image des "intellektuellen Fiakers". Der Bürgermeister ist demnach überhaupt kein "Bobo" - oder doch?
Die Sektion: Michael Häupl ist mit Sicherheit vielseitiger als sein mediales Image, sonst wäre er nicht so erfolgreich. Ein mit allen Wassern gewaschener Bürgermeister muss sich aber nicht auch noch um den Posten des Oberbobos bewerben.
derStandard.at: SPÖ-Chef Gusenbauer ist ein bekennender Weinliebhaber, der auch zu Spargel und Chianti nicht Nein sagt. Ein Bobo an der Spitze der SPÖ?
Die Sektion: Er repräsentiert sicher einen lustvolleren Lebensstil als Wolfgang Schüssel, Alfred Gusenbauer kann aber wahrscheinlich auch ganz gut ohne dieses Attribut leben.
Link
"Der Falter" über das Buhlen um Bobos in Wien
Die Fragen stellte Rainer Schüller
Die Einserfrage
derStandard.at/Politik liefert um 13 Uhr auf Seite 1 wesentliche Fragen und Antworten zur aktuellen politischen Lage.
Sie haben eine Einserfrage? Dann her damit, wir suchen für Sie ExpertInnen, die diese beantworten können.
Nachlese
außer ich such irgendwas über in-lokale, in-
geschäfte, etc. in wien
genau aus diesem grund,ist mir teilweise zu
"bobo" und zu tendenziös - war erstaunt über
den bordell-skandal-bericht und bin gespannt
ob das nicht nur ein "news-skandal-gschichterl"
bleibt oder ob hier rechtliche schritte folgen -
außer ah,oh,pfui - wir sind so gutmenschen,
wir sind hipp, etc...
schicki-micki-grüner, der/die eigentlich sohn/tochter
konservativer (schwarzer) reicher eltern, bzw.
beamter, intellektueller, künstler ist, die natürlich
(bezahlter weise) in die richtige schule gegangen ist, in die richtige uni, wo die richtigen mitkollegInnen
waren (vermutlich asylantenkinder), manchmal
sogar katholische privat-schule, manchmal sogar
braver ministrant oder braver soldat, der irgendwo
an der richtigen bar oder im richtigen in-lokal
bei ein paar mädels/jungs verbal eindruck schindet was er für eine soziale einstellung hat.......
(solange es der papa,mama, (wahl-)onkel, für
ihn gerichtet hat und er/sie persönlich mit all
dem natürlich nix zu tun hat ...weil man einen job
"unter sich" hat
na prost prosecco....
darf man auch so einer sein ... auch wenn´s schwer fällt, nicht vor Neid umzufallen. Aber es wird zu diesem Lebenstil ja niemand gezwungen, also einfach: besser machen (wie auch immer besser aussieht!
Und: Ein G´stpfter mit sozialem Bewusstsein ist mir lieber als 10 Sozis, die nur davon labern.
wißt: Vermutlich ist Häupl auch keiner.Er hat meinem dafürfhalten nichts mit der Bourgeoisie zu tun.
Häupl ist-so sehe ich es-ein Citoyen.
Schaut nach im Lexikon, was oder wer das ist.
Kurz, bevor ich diesem thread entfliehe für immer:Citoyen ist der aufgelkärte Bürger, der für sein gesellschaftliches Umfeld. verantwortlich, am öffentlichen Leben teilnimmt.
Was ist mit den Menschen, die zwar auch in dieser
Stadt leben, aber nicht um die 30 sind und
auch nicht fesch, jung und schick sind.
Das sind Pfui-Gacki-Leute, die als Waehler und
Konsumenten fuer teure Life-Style-Gastronomie
uninteressant sind.
Sie sprechen mir aus der Seele - lese den Falter gern, aber diese elitäre und überspannte Bobo-Geschichte geht mir auch auf den A. Bin 30, gutaussehend, habe soziales Gewissen & verachte aber Life-Style-Gastronomie & die Bussi-Bussi-Gesellschaft alá Kim kocht und Indochine21.... Jetzt schaun sie blöd aus der Wächse, die Schubladen-Linken, zu welcher Klasse gehöre ich jetzt wohl?
Sehr schoen, wenn sich eine sozialdemokratische
Partei der existenziellen Sorgen (wo gibt es den
hippsten Rotwein der Stadt) einer selbsternannten
Elite von jung-dynamischen, urbanen Phrasen- dreschern annimmt.
Die Wiener Sozialdemokraten sind wirklich
unglaublich menschlich.
KEINE bobos! KEINE partei! exclusiv im 9.!
www.keinepartei.net
Wozu bin ich mit anderen auf einer alsergrunder Kreuzung in aller Früh gewesen, einmal so und einmal so marschiert, keiner hat uns ernstgenommen...
wer bestimmt denn den Sozialabbau noch in diesem Land, ja natürlich die Abgeordneten mehrheitlich die Schwarzen und orangenen, in dieser repräsentativen Demokratie.
Nicht einmal lustig, wenn auch partiell richtig, dieses "keinepartei".
Und auch der Boboismus, na ja......Die das Lichtermeer bewegten, das waren die, die wir brauchen.
Die Kommentare von User und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.