Schleichwerbedebatte "lächerlich"

27. Dezember 2005, 15:30
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ORF-Direktor Wrabetz rät ARD: "Von Österreich lernen"

Verzicht auf Produktionskostenzuschüsse? ORF-Manager Alexander Wrabetz wundert diese Forderung von Hermann Eicher, Chef der neuen ARD-Clearingstelle für Vorwürfe von Schleichwerbung und Korruption.

Laut Eicher soll die ARD Übertragungen lieber streichen, "bevor wir uns unglaubwürdig und angreifbar machen". Für Wrabetz indes haben Zuschüsse "nichts mit Gekauftwerden zu tun".

Warum übertrug der ORF keine Leichtathletik aus Linz? Der Veranstalter wollte das ORF-Material international vermarkten, ohne mitzuzahlen, sagt Wrabetz: Er habe nichts zu verschenken. Dennoch: Was der ORF übertrage, entschieden Redaktion und Marktanteile, nicht - wie man vermuten könnte - Zubrot des Veranstalters. Beim quotenträchtigen Skiverband akzeptierte der ORF ein Modell ähnlich dem der Linzer.

42 Millionen Euro Produktionskostenzuschüsse

Der ORF weist 42 Millionen Euro Produktionskostenzuschüsse pro Jahr aus, inklusive Sponsoring, Product-Placement, ohne "Kostenvergütungen" etwa von Ministerien.

Der ARD rät Wrabetz, "von Österreich zu lernen". "Lächerlich" sei die deutsche Debatte. Dort fehlten "zeitgemäße Regelungen": "Warum soll man bei Product-Placement nationale Produktionen gegenüber Hollywood benachteiligen?" Das ORF-Gesetz erlaubt es in Filmen und Serien.

Verträge über Zuschüsse liefen beim ORF "schon Jahre" über die Vermarktungstochter Enterprise und nicht über Redaktionen, sagt Wrabetz.

Die Medienbehörde überwacht die ORF-Regeln. Wrabetz wundert, dass ihren "hypertrophen" deutschen Pendants nichts aufgefallen sei. Apropos: Im August vermisste die hiesige Behörde Sponsorhinweise in ORF-Radio Wien. (fid/DER STANARD; Printausgabe, 30.8.2005)

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