Neukunde kostet A1 116,5 Euro

5. Oktober 2005, 15:39
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Mobilkom konnte gegenüber 2004 127.000 Neukunden gewinnen - Kein Tarifzuckerl für wechselwillige tele.ring-Kunden

Nachdem die Telekom Austria bereits vergangene Woche ihre Unternehmenszahlen (der WebStandard ) vorstellte, lud ihre Mobilfunktochter Mobilkom am Montag zu einer gesonderten Pressekonferenz und präsentierte ihre Zahlen.

Steigerung

Die Mobilkom-Austria-Gruppe, die neben Österreich auch in Kroatien, Slowenien, Liechtenstein und seit kurzem auch in Bulgarien tätig ist, hat im ersten Halbjahr 2005 Umsätze, Ergebnisse und Kundenzahlen in allen Ländern gesteigert. Mit dem geplanten Einstieg in Serbien und Bosnien, der im Jahr 2006 erwartet wird, will die Mobilfunktochter der Telekom Austria zum größten Handynetzbetreiber "zwischen Donau und Schwarzem Meer" avancieren und die Kundenzahl von derzeit 8 auf mehr als 10 Mio. erhöhen, kündigte Mobilkom-Chef Boris Nemsic am Montag bei der Halbjahres-Pressekonferenz an.

Wachstum

Die ausländischen Töchter trugen im ersten Halbjahr 22 Prozent zum Gesamtumsatz der Mobilkom-Gruppe bei, der von Jänner bis Juni um 4,2 Prozent auf 1,062 Mrd. Euro stieg. Inklusive der bulgarischen Mobiltel, die im Juli um 1,6 Mrd. Euro gekauft wurde und seit 12. Juli 2005 konsolidiert wird, liegt der Umsatzanteil bereits bei 37 Prozent. Das Betriebsergebnis der Gruppe (EBIT) stieg um 12,3 Prozent auf 238,0 Mio. Euro, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um 6,7 Prozent auf 415,0 Mio. Euro. Die Investitionen stiegen durch den Ausbau der Technologien EDGE und UMTS im 1. Halbjahr um 33,6 Prozent auf 112,1 Mio. Euro.

127.000 Neue

Der Mobilkom ist es erneut gelungen Neukunden in Österreich zu gewinnen. 127.000 Neue, in Summe rund 3,3 Millionen, zählte A1 Ende Juni 2005. Im Vergleich zu 2004. Damit hat die Marktführerschaft erneut verteidigt. Verfolger T-Mobile zählt inklusive der kürzlich übernommenen tele.ring rund 3 Mio. und One 1,5 Mio. Kunden.Abgänge durch die "Rufnummernmitnahme" spielen dabei so gut wie keine Rolle.

Neukunde kostet 116,5 Euro

Um Kunden am heiß umkämpften heimischen Mobilfunkmarkt zu gewinnen - und zu behalten – griff das Unternehmen tief in die Betriebskasse. Die Kundenakquisitionskosten im stiegen um 18 Prozent auf 35,8 Mio. Euro, die Aufwendungen für die Kundenbindung um 27,7 Prozent auf 34,6 Mio. Euro. Laut Mobilkom-Chef Boris Nemsich kostet ein Neukunde 116,5 Euro.

Scharf

Nach der Übernahme von tele.ring durch T-Mobile, die nach der noch nicht erfolgten kartellrechtlichen Genehmigung ab 2006 vollzogen werden soll, rechnet Nemsic mit einer weiteren Verschärfung des Wettbewerbs und weiterhin günstigen Mobilfunktarifen. Wie viele tele.ring-Kunden T-Mobile verlassen werden, hänge von der Strategie des Unternehmens ab, sagte Mobilkom-Marketingchef Hannes Ametsreiter. Die Mobilkom werde die tele.ring-Kunden jedenfalls "nicht direkt attackieren", um sie abzuwerben.

Datendienste als Umsatzbringer

Zusätzliche Umsätze in den kommenden Monaten erwartet sich die Mobilkom durch die erhöhte Datennutzung, die sich in den kommenden Jahren jährlich verdoppeln werde, so Nemsic. Der Datenanteil stieg im ersten Halbjahr 2005 um 38 Prozent auf 16,6 Prozent, rund 10 Prozent davon entfallen allerdings auf SMS. (APA/red)

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