Wien und Laibach verhandeln Übergangsfristen

19. September 2005, 14:29
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Abschluss eines bilateralen Abkommens für Tagespendler und Schlüsselkräfte für Herbst geplant - Einzelheiten nicht bekannt

Laibach/Wien - Angesichts der Verlängerung der Übergangsfristen bei der Arbeitnehmerfreizügigkeit verhandeln Wien und Laibach derzeit über Ausnahmen für die Anstellung slowenischer Arbeitnehmer in Österreich. Ein entsprechendes bilaterales Abkommen, das auch Österreichern den Zugang zum slowenischen Arbeitsmarkt erleichtern soll, werde noch im Herbst unterfertigt, berichtet die Laibacher Tageszeitung "Delo" (Samstagsausgabe) unter Berufung auf die beiden Arbeitsministerien.

Österreich hat angekündigt, wegen der angespannten Lage auf dem Arbeitsmarkt die nach der EU-Erweiterung verhängten Übergangsfristen für Arbeitnehmer aus den neuen Mitgliedsstaaten Anfang 2006 um weitere zwei Jahre zu verlängern. Österreich kann Arbeitnehmer aus den zehn neuen EU-Ländern bis zum Jahr 2011 an der Ausübung des ihnen als EU-Bürger zustehenden Rechtes hindern, im jedem Staat der Union zu den gleichen Bedingungen wie die jeweiligen Inländer zu arbeiten.

Schlüsselkräfte

Das Abkommen soll nach Informationen des österreichischen Wirtschafts- und Arbeitsministeriums vor allem die Beschäftigung von Schlüsselkräften (Manager, Experten) und Tagespendlern erleichtern, schreibt "Delo". Ziel sei es, die wechselseitige Mobilität in den Grenzregionen zu fördern, wobei es auch um eine leichtere Anstellung von Österreichern in Slowenien gehe, betont man in Laibacher Arbeits- und Sozialministerium. Die beiden Länder wollen auch den Austausch von Arbeitsmarktinformationen verbessern sowie gemeinsame Beschäftigungsprojekte ins Leben rufen. Einzelheiten, insbesondere hinsichtlich der vorgesehenen Quoten, waren jedoch nicht in Erfahrung zu bringen.

Preis- und Lohnniveau

Schätzungen zufolge arbeiten bereits jetzt mehr Österreicher in Slowenien als umgekehrt, was nicht nur daran liegt, dass die Einwohnerzahl der ehemaligen jugoslawischen Teilrepublik nur rund einem Viertel der österreichischen entspricht. Slowenien ist mit über 70 Prozent der durchschnittlichen EU-Wirtschaftskraft pro Kopf - und einem entsprechendem Preis- und Lohnniveau - auch nach Zypern das wohlhabendste der EU-Beitrittsländer, weswegen es die von Österreich verhängten Übergangsfristen für den Arbeitsmarkt als besonders ungerecht empfindet. (APA)

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