Abschluss eines bilateralen Abkommens für Tagespendler und Schlüsselkräfte für Herbst geplant - Einzelheiten nicht bekannt
Laibach/Wien - Angesichts der Verlängerung der
Übergangsfristen bei der Arbeitnehmerfreizügigkeit verhandeln Wien
und Laibach derzeit über Ausnahmen für die Anstellung slowenischer
Arbeitnehmer in Österreich. Ein entsprechendes bilaterales Abkommen,
das auch Österreichern den Zugang zum slowenischen Arbeitsmarkt
erleichtern soll, werde noch im Herbst unterfertigt, berichtet die
Laibacher Tageszeitung "Delo" (Samstagsausgabe) unter Berufung auf
die beiden Arbeitsministerien.
Österreich hat angekündigt, wegen der angespannten Lage auf dem
Arbeitsmarkt die nach der EU-Erweiterung verhängten Übergangsfristen
für Arbeitnehmer aus den neuen Mitgliedsstaaten Anfang 2006 um
weitere zwei Jahre zu verlängern. Österreich kann Arbeitnehmer aus
den zehn neuen EU-Ländern bis zum Jahr 2011 an der Ausübung des ihnen
als EU-Bürger zustehenden Rechtes hindern, im jedem Staat der Union
zu den gleichen Bedingungen wie die jeweiligen Inländer zu arbeiten.
Schlüsselkräfte
Das Abkommen soll nach Informationen des österreichischen
Wirtschafts- und Arbeitsministeriums vor allem die Beschäftigung von
Schlüsselkräften (Manager, Experten) und Tagespendlern erleichtern,
schreibt "Delo". Ziel sei es, die wechselseitige Mobilität in den
Grenzregionen zu fördern, wobei es auch um eine leichtere Anstellung
von Österreichern in Slowenien gehe, betont man in Laibacher Arbeits-
und Sozialministerium. Die beiden Länder wollen auch den Austausch
von Arbeitsmarktinformationen verbessern sowie gemeinsame
Beschäftigungsprojekte ins Leben rufen. Einzelheiten, insbesondere
hinsichtlich der vorgesehenen Quoten, waren jedoch nicht in Erfahrung
zu bringen.
Preis- und Lohnniveau
Schätzungen zufolge arbeiten bereits jetzt mehr Österreicher in
Slowenien als umgekehrt, was nicht nur daran liegt, dass die
Einwohnerzahl der ehemaligen jugoslawischen Teilrepublik nur rund
einem Viertel der österreichischen entspricht. Slowenien ist mit über
70 Prozent der durchschnittlichen EU-Wirtschaftskraft pro Kopf - und
einem entsprechendem Preis- und Lohnniveau - auch nach Zypern das
wohlhabendste der EU-Beitrittsländer, weswegen es die von Österreich
verhängten Übergangsfristen für den Arbeitsmarkt als besonders
ungerecht empfindet. (APA)