Steiles Jubiläum

25. August 2006, 13:08
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Die Spanien-Rundfahrt verzichtet bei ihrer 60. Auflage weitgehend auf Flachetappen - Fünf Österreicher wagen den Start

Granada - Die Vuelta 2005 kennt zwar keinen echten Favoriten, dafür muss den 189 Radprofis, die die drittgrößten Landesrundfahrt am Samstag in Andalusien in Angriff nehmen, eines bewusst sein: Flachetappen sind in den drei Wochen vom Start in Granada bis zum Ziel am 18. September in Madrid Mangelware. Die 60. Auflage der Spanien-Rundfahrt (3.368 km) ist damit wohl mit die schwierigste im laufenden Rennkalender.

Auch fünf Österreicher sind bei der Tortur dabei: Bernhard Eisel, Rene Haselbacher, Bernhard Kohl, Andreas Matzbacher und Gerrit Glomser werden im Gesamtkassement wohl nichts mitzuplaudern haben. Sprint-Ass Eisel hat es immerhin auf die zu erwartenden Massenankünfte in der ersten Woche abgesehen: "Für mich ist die Vuelta aber primär eine optimale Vorbereitung auf die WM", sagte der 24-jährige Steirer. "Aber aufs Podest will ich zumindest ein Mal sprinten."

Highnoon der schnellen Männer

Eisels australischer Kollege Baden Cooke wird von Francaise des Jeux nicht aufgeboten, die Konkurrenz ist aber ohnehin stark genug. Erstmals treffen bei einer dreiwöchigen Rundfahrt die wohl schnellsten Sprinter der laufenden Rennsaison, der Italiener Alessandro Petacchi und der Belgier Tom Boonen, aufeinander. Dazu kommt mit Thor Hushovd (NOR) auch der Gewinner des Grünen Trikots der Tour de France.

In Granada, wo am Samstag der sieben Kilometer lange Aufgalopp mit einem Anstieg zum berühmten Mauren-Palast Alhambra über die Bühne geht, hatte es zuletzt durchgehend 35 Grad, was auch den zuletzt leicht verkühlten Haselbacher freut.

"Ich bin annähernd in Topform und rechne mir einige gute Ergebnisse aus. Ein Etappensieg wäre natürlich ein Traum", sagte der Burgenländer, der zwei Kilo abgenommen hat um für die insgesamt sechs Bergankünfte gerüstet zu sein. Das stark kupierte Terrain sollte auch dem Allrounder Glomser entgegen kommen. "Es ist auf keiner Etappe richtig flach", erklärte der Salzburger, der die Tour de France auf der zehnten Etappe wegen zweier gebrochener Rippen aufgeben hatte müssen. Dafür will sich der Lampre-Profi bei der Vuelta "wieder ins Rampenlicht fahren."

Lampre-Caffita-Kapitän ist freilich der Giro-Zweite Gilberto Simoni. Den soll auch Andreas Matzbacher bei seiner ersten dreiwöchigen Profi-Rundfahrt im Trikot des italienischen Rennstalles unterstützen. Der steirische Bergspezialist hat sich von seinem schweren Sturz auf der ersten Tour-de-Suisse-Etappe erholt, traut sich im Gebirge einiges zu. Dort wird das ProTour-Rennen wohl auch diesmal entschieden, dort steht die spanische Armada "Gewehr bei Fuß".

Spanische Favoriten

Vorjahrssieger Roberto Heras, der die Rundfahrt in seiner Heimat auch 2000 und 2003 gewonnen hatte, hat mit seinen Landsmännern Igor Gonzalez Galdeano und Joseba Beloki bei Liberty Seguros gleich zwei namhafte Domestiken zur Seite. Seine schärfsten Rivalen dürften neben dem Kolumbianer Santiago Botero wieder aus dem eigenen Land kommen: Der Tour-Vierte Francisco Mancebo ebenso wie Discovery-Fahrer Manuel Beltran und Oscar Sevilla.

Letzteren soll Kohl bei T-Mobile in seiner ersten großen Rundfahrt nach Kräften am Berg unterstützen. "Mit den Besten mitzuhalten, traue ich mir zwar noch nicht zu. Aber vielleicht kann ich mich das eine oder andere Mal in Szene setzen", hoffte der 23-jährige Niederösterreicher. (APA/red)

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