Gehrer kündigt steigendes Unibudget für kommende Jahre an

8. November 2005, 15:50
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Bildungsministerin beim Forum Alpbach: Über Ausmaß muss noch verhandelt werden - Eliteuni nächstes Jahr fix

Alpbach - Ab dem kommenden Jahr soll es in Österreich eine Elite-Universität geben. "Wir werden das 'Austrian Institute of Advanced Science and Technology' (AIAST) gründen und finanzieren", betonte Bildungsministerin Elisabeth Gehrer bei einer Pressekonferenz im Vorfeld der Technologiegespräche beim Forum Alpbach am Donnerstag. Gleichzeitig soll auch das Globalbudget der Universitäten für die Jahre 2007 bis 2009 steigen - über das Ausmaß müsse aber noch verhandelt werden, so Gehrer.

"Wir werden das finanzieren"

"Das AIAST wird eine Einrichtung werden, die selbst ein Exzellenzzentrum ist, sich aber auch mit den Exzellenzzentren an den Unis vernetzt", meinte die Bildungsministerin. Diese müssten in den nächsten Jahren auch ausgebaut werden. Im Endausbau wird das AIAST in zehn bis 15 Jahren rund 80 Mio. Euro jährlich kosten, man werde zunächst allerdings "kleiner anfangen", so Gehrer. Vorerst soll es nur drei oder vier Institute geben. Im Endausbau soll die Hälfte der Mittel für das AIAST aus eingeworbenen Forschungsmitteln und zur anderen Hälfte aus einem abgesicherten Budget kommen. Genaue Angaben über die Aufbringung der Mittel machte Gehrer nicht, meinte aber gleichzeitig: "Wir werden das finanzieren." Die Anfangsinvestitionen würden mit jenem Bundesland, in dem der Campus schließlich stehen wird, ausverhandelt.

Detailplanung ab Herbst

Die Detailplanung für das AIAST sollen im Herbst beginnen. Als Projektleiter wird der derzeitige Hochschul-Sektionschef im Bildungsministerium, Sigurd Höllinger, der mit Ende September in Pension geht, fungieren. Mit der Entstehung des AIAST wird auch eine Erhöhung des Budgets für den Wissenschaftsfonds FWF nötig - dessen Mittel sollen laut Empfehlung des Rats für Forschung- und Technologieentwicklung (RFT) um jährlich neun Prozent steigen. Der stellvertretende RFT-Präsident Günther Bonn will dadurch ein Sinken der Ablehnungsquote für eingereichte Projekte auf 50 Prozent erreichen (derzeit etwa 70 Prozent, Anm.)

RFT-Präsident Knut Consemüller bezeichnete das AIAST als "hervorragenden Baustein für Elite", ein Taferl an der Hauswand reiche aber nicht: Die Einrichtung müsse bei ihren Anträgen an den FWF ihre Elite auch nachweisen. Bonn forderte, dass für das AIAST als "sichtbaren Exzellenz-Kristallisationspunkt" neues Geld zur Verfügung stehen müsse.

Mehr Budget für Unis

Hoffnung auf mehr Geld gibt es auch für die "normalen" Unis: Der RFT fordert in seiner Forschungsstrategie unter anderem die Erhöhung der Dotation für das Uni-Infrastrukturprogramm. Im gleichen Papier werden aber auch schmerzliche Maßnahmen eingefordert wie die Forcierung der Profilbildung - obwohl diese nicht damit ende dürfe, dass bestimmte Studienrichtungen gestrichen würden, so Bonn. Hier müsse man ein Mittelding finden.

Ausnahme bei der Grundsteuer

Eine Ausnahme will Gehrer für die Unis bei der Grundsteuer erreichen: Derzeit muss die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) als Eigentümerin der Uni-Gebäude Grundsteuer bezahlen, die laut den Verträgen vom jeweiligen Nutzer ersetzt werden müssen. Auch für die von der BIG angekündigte Erhöhung der Mieten müsse es eine Abgeltung für die Unis geben. (APA)

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