Steirische Unis bündeln ihr Know-How in Geowissenschaften

7. März 2006, 12:45
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Drei Unis, ein "Universitätszentrum Angewandte Geowissenschaften Steiermark" - Kooperation in Lehre, Forschung und bei Geräten

Graz - In der Steiermark ist ein Zentrum zur Erforschung der Erde im Entstehen begriffen: Im Brennpunkt des neuen "Universitätszentrums Angewandte Geowissenschaften Steiermark" (UZAG) der Universität Graz, Technischen Universität Graz (TUG) und Montanuniversität Leoben stehen Forschungen rund um geologische Prozesse, ihre Auswirkungen für den Lebensraum Erde bis hin zu ihrer Nutzung von Bodenschätzen und der Sicherung der Wasserversorgung.

Mit dem im Aufbau befindlichen UZAG bündeln die geowissenschaftlichen Universitätsinstitute der Steiermark ihre Kompetenzen in Forschung und Lehre. Damit wollen sie eine Institution begründen, die als Drehscheibe der österreichischen geowissenschaftlichen Grundlagenforschung, der Rohstoff-Forschung, sowie der Bereiche Wasserversorgung und Geotechnik dienen soll.

"Wir haben bereits einen ersten Teil der Lehrbetrauungen untereinander abgesprochen. Es wird Austausche zwischen den Lehrenden der Unis geben", so Werner Piller, Leiter des Institutes für Geologie und Paläontologie, der Universität Graz, im APA-Gespräch. Er leitet gemeinsam mit seinen Kollegen Martin Dietzel von der TUG und Fritz Ebner von der Montanuniversität Leoben das UZAG. Auch Studienpläne sollen künftig abgestimmt werden. Bereits jetzt im Studienangebot der drei Unis: das gemeinsame Bakk.-Studium "Erdwissenschaften" der Uni Graz und TUG, das Magisterstudium "Erdwissenschaften" an der Uni Graz, das Magisterstudium "Engineering Geology" an der TUG sowie das Studium "Angewandte Geowissenschaften" an der Montanuni Leoben.

Auch Nachbesetzungen und Einrichtungen von Professuren werden nun nur mehr abgestimmt durchgeführt. Derzeit wird gerade das Verfahren für die österreichweit erste Professur für Hydrogeologie an der Universität Graz abgeschlossen. Drei weitere Lehrstühle (Allgemeine Geologie an der Uni Graz, Ingenieursgeologie an der TUG und Rohstoffmineralogie an der Montanuni) stünden derzeit zur Debatte, so Piller. Bei Vollbetrieb werde das Zentrum dann über elf Professuren verfügen.

Die steirischen Unis haben schon in der Vergangenheit bei Forschungsprojekten kooperiert. Die Zusammenarbeit soll nun weiter ausgebaut werden. "Projekte befinden sich in der Entwicklungsphase", so Piller. Zu den wichtigen Neu-Investitionen des gerade entstehenden Zentrums zählt eine hochmoderne Elektronenstrahl-Mikrosonde. Sie ermöglicht Bildgebung und chemische Analytik im Mikro- bis Nano-Bereich sowie exakte und grundlegende Einblicke in die Entstehung und Zusammensetzung der Gesteine. "Die Bündelung der Kompetenzen im Bereich der grundlagen- sowie anwendungsorientierten Geowissenschaften wertet den Wissenschaftsstandort Steiermark enorm auf", freuen sich die Rektoren Alfred Gutschelhofer (Uni Graz), Hans Sünkel (TUG) und Wolfhard Wegscheider (Montanuni Leoben) über die ersten Schritte des UZAG. (APA)

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    Luftaufnahme des Mount St. Helens.

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