Wahlen unter Schwarz-Blau: FPÖ großer Verlierer - Mit Infografik

24. Oktober 2005, 16:44
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Nur in Kärnten gab es auf Landesebene einen Zuwachs

Wien - Die Urnengänge in der Steiermark, im Burgenland und in Wien im Oktober sind die ersten Landtagswahlen seit der Abspaltung des BZÖ von der FPÖ. Jörg Haider und seine Gefolgschaft wollten mit dieser Abspaltung auch den seit 2000 anhaltenden Wählerschwund bremsen. Seit ihrem Eintritt in die Koalition mit der ÖVP auf Bundesebene 2000 und dem damaligen Rückzug Haiders nach Kärnten erlebte die früher so erfolgsverwöhnte FPÖ einen beispiellosen Abstieg. Profitiert haben davon vor allem die SPÖ und die Grünen, teilweise auch die ÖVP.

Die Steiermark, das Burgenland und Wien waren auch die ersten Länder, in denen die Landtage nach Bildung der schwarz-blauen Koalition neu gewählt wurden. Die Verluste fielen damals mit zwischen 1,92 (Burgenland) und 7,78 Prozentpunkten (Wien) noch vergleichsweise glimpflich aus. Bei allen folgenden Wahlen auf Landes- und Bundesebene waren das Minus höher als zehn Prozent - außer in Kärnten, wo es Jörg Haider im Vorjahr gelang, den ersten Platz und den Landeshauptmann-Sessel zu verteidigen.

Bei keiner einzigen Wahl hat die FPÖ allerdings eine Wählerstimme dazu gewonnen. (In Kärnten gab es nur ein geringfügiges Plus im Stimmenanteil, weil die Wahlbeteiligung niedriger war als zuvor.) Bei den ersten neun Landtagswahlen unter Schwarz-Blau verlor die FPÖ mehr als 40 Prozent ihrer Wähler. In der Ära Haider hatte die FPÖ mit oft spektakulären Zugewinnen die Zahl ihrer Landtags-Wähler auf beinahe eine Million steigern können. Nach der ersten Runde "nach Haider" waren es 412.700 weniger. Statt früher 106 Mandate besetzen Freiheitliche und die nun abgespalteten BZÖler nur noch 64.

Profitiert haben vom Niedergang der FPÖ bei den Landtagswahlen vor allem die Bundes-Oppositionsparteien: Die Grünen konnten bei jeder Wahl Stimmen dazugewinnen und der FPÖ in drei Ländern den dritten Platz abnahmen. Die SPÖ hat deutlich stärker dazu gewonnen als die ÖVP; ihr ist es gelungen, im zuvor schwarzen Salzburg stimmenstärkste Partei zu werden - und österreichweit insgesamt nunmehr mehr Landtags-Mandate zu haben als die ÖVP. (APA)

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