Israel enteignet weitere Palästinenser für umstrittene Sperranlage

Redaktion, 25. August 2005, 12:37

Regierung jedoch "zu weiteren Zugeständnissen" im Westjordanland bereit

Jerusalem/Gaza - Israel hat mit dem Abschluss der Räumung von 25 jüdischen Siedlungen neue Enteignungen palästinensischer Grundstücke für den Bau der Sperranlage im Westjordanland begonnen. Die israelischen Behörden hätten entsprechende Anordnungen für den Bauabschnitt um die Siedlung Maale Adumim bei Jerusalem zugestellt, sagte der Bürgermeister der palästinensischen Ortschaft Asaria, Issam Farun, am Mittwoch. Unterdessen sagte Mark Regev, Sprecher des israelischen Außenministeriums, sein Land sei nach den Räumungen zu weiteren Zugeständnissen im Westjordanland bereit.

Die Palästinenser fordern den Gazastreifen und das gesamte Westjordanland als Gebiet ihres künftigen unabhängigen Staates und Ost-Jerusalem als Hauptstadt.

"Absolut unbegründet"

Regev sagte: "Die Befürchtung der Palästinenser, der Abzug aus dem Gazastreifen könnte der erste und letzte Schritt sein, ist absolut unbegründet." Die Palästinensische Autonomiebehörde müsse nach Übernahme der Kontrolle im Gazastreifen für Ruhe und Ordnung sorgen und die Extremistengruppen entwaffnen. Auf die Frage nach der möglichen Räumung weiterer isoliert liegender Siedlungen im Westjordanland sagte Regev: "Wir sind zu weiteren Zugeständnissen im Westjordanland bereit." Er wollte jedoch keine Einzelheiten nennen.

Der palästinensische Bürgermeister Farun kündigte an, vor dem israelischen Obersten Gericht gegen die Enteignungen zu klagen, weil seiner Gemeinde weiteres Land weggenommen werde. Der Bau der Sperranlage um Maale Adumim ist Teil des Plans von Ministerpräsident Ariel Sharon, der 25 jüdische Siedlungen hat räumen lassen, die großen Siedlungsblöcke im Westjordanland aber "für die Ewigkeit" beansprucht. Die US-Regierung hatte den Verlauf um Maale Adumim kritisiert, weil er den Norden des Palästinensergebietes vom Süden abtrennt.

Die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas erklärte, Angriffe auf israelische Ziele im besetzten Westjordanland gingen auch nach dem Abzug aus dem Gazastreifen weiter. Der Hamas-Führer Said Siam sagte in der Stadt Gaza, seine Organisation wolle das Westjordanland "durch Widerstand befreien" und ihre Vorgehensweise aus dem Gazastreifen auf das Westjordanland übertragen.

Die Grenze zwischen Gaza und der Sinai-Halbinsel soll nach dem Abzug Israels aus dem Gazastreifen von 750 ägyptischen Soldaten gesichert werden. Darauf hätten sich Israel und Ägypten geeinigt, berichtete der israelische Rundfunk. Jedoch besteht weiter Unklarheit darüber, wer für die Grenzkontrollen am Übergang in Rafah zuständig sein soll. Die Palästinenser wollen dies selbst übernehmen. (APA/dpa)

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21 Postings
Faktisch wird die Sperranlage so wie sie derzeit geplant ist...

die Westbank in drei Teile zerschneiden und man könnte den Anschein von Kontinuität nur durch lange Tunnel oder Brücken erwecken.

Vermutlich weiß Israel genau, dass es mit dieser Route nicht durchkommt - die dahinter liegende Strategie dürfte sein, viel zu verlangen, um hinterher Spielraum für Kompromisse zu haben.

Letztlich wird die Größe der Bevölkerung den Ausschlag bei der Rückgabe der Westbank eine große Rolle spielen. Es wäre einfach absurd, wenn rund 10% der Bevölkerung 20% oder mehr der Westbank behalten würden - und dann noch Territorien, die tief in der Westbank liegen.

Ich wage zu prophezeien, dass Ariel fällt. Nicht heute und nicht morgen, aber bestimmt bis zum Ende des Jahrzehnts!

Vom abwägenden Einschätzer jetzt schon zum Propheten geworden - Nachdenklicher, mir graut vor Ihnen.
Ist "Ariel" jener Engel oder gute Geist, der dem Propheten hilft (s. William Shakespeare/"Der Sturm") - letztendlich ein "gefallener"?!

Es ist mir ja selbst unangenehm, mich hier wiederholen zu müssen - aber der unter "Nahostkonflikt" gerne vertretene Gestus gönnerhaften Bescheidwissens und des sich Verbeißens in einen vergleichsweise mikroskopisch kleinen Flecken der Erde sind für mich Symptome, die meine Bösartigkeit rechtfertigen.

stürmische Rhetorik....

die sich im Leeren verliert!

Dass es den von ihnen beklagten "Gestus gönnerhaften Bescheidwissens" gibt, ist nicht zu bestreiten, aber er gilt für alle Foren und zwar unabhängig vom Thema. Das können Sie hier leicht empirisch testen!

Als aufmerksamer Leser Ihrer Postings stelle ich aber fest, dass es Ihnen gar nicht so sehr um die Kritik an hemdsärmligen und billigen Klischees geht. Diese gibt es ja unzweifelhaft von beiden Seiten des Meinungsspektrums. Mir ist aber noch kein einziger Beitrag von Ihnen aufgefallen, in dem Sie sich mit schlichten antiarabischen Klischees auseinandersetzen. Zufall?

Der "kleine Flecken Erde"..ist dicht besiedelt! Worauf es ankommt, ist doch wieviele Menschen unter einer bestimmten Politik leiden!

In Österreich sind Sie als Freund/in Israels nur in der Verteidigerrolle und als Palästinenserfreund/in sicher kein/e Märtyrer/in - in Österr. gibt es dazu überhaupt nur solche seltsamen Rollenspiele - und warum denn??!

Nachdenklicher, nur kurz, weil ich weiß, dass ich mit diesem Argument bei denjenigen, für die es gemeint ist, sowieso nichts ausrichte.

Beim Beziehen von Standpunkten oder Tendenzen ist es nicht egal, in welchem Kontext, aus welchem Horizont heraus, mit welchem Engagement und mit welchen Sympathien oder Zielsetzungen sie stattfinden. Das gilt für ein Kritisieren der staatlichen Politik Israels aus österr. oder deutscher Sicht ganz besonders!

Aus Wirtshaus-, Verwandten- und Zeitungsdiskussionen müssen Sie wissen, dass ein grundsätzliches Verständnis - oder gar Sympathie - für die Lebensbedingungen und staatlichen Ausgangsbedingungen in Israel extrem selten ist.
Nicht antiarabische Klischees sind das Problem, sondern antiisraelische.

Ich muss zugeben, dass ich mich mit den Standpunkten der Österreicher zum Nahostkonflikt nicht so auskenne..da ich in D lebe

Was D betrifft kann ich allerdings sagen, dass die Sympathien eindeutig auf Seiten Israels liegen, wenn auch mehr und mehr Menschen sich für ein Ende der Besatzung einsetzen.

Und hier gibt es eher negative Assoziationen zu allem was mit dem Islam zu tun hat. Das schlägt sich in einer Geringschätzung gegenüber der arabischen Welt und z.B. der Ablehnung eines EU-Beitritts der Türken durch große Teile der Bevölkerung nieder.

Aber zurück nach Israel: Ich sehe gerne israelische Filme, bin offen für jüdische Kultur und würde Israel jedem anderen Land vorziehen, wenn ich in der Region leben müsste. Aber: Ich finde diese Besatzung muss aufhören. Genau wie ich finde, dass der Terror der Hamas aufhören muss. That´s all ;-)



Verstehe, sie meinen also, wenn ein dümmlicher Antisemit seine dümmlichen Phrasen klopft ist dies zu verurteilen, soweit stimmen wir überein.
Wenn jedoch ein israelische Nationalist ganz Europa, bzw. Österreicher und Deutsche kollektiv als Nazis beschimpft, oder eben alle Palästinenser als Terroristen tituliert, hat man gefälligst ruhig zu sein, denn der hat ohnedies Recht??

Ich hoffe zu tiefst, ich habe sie missverstanden.....


warum ...

... verbeißen sie sich dann so bösartig in mikroskopisch kleine flecken? sinds doch einfach einmal entspannt und generös! oder ist man als botschaftsangestellter immer angespannt? naja, sie werden schon ihre gründe haben.

kowski.
ps: jetzt gibts sicher wieder jede menge hackversuche, kicher ...

Die Geschichte des zweiten Israel

GB, seit 1920 Mandatar des Völkerbunds über Palästina, begann, durch jüdische Siedlungsmethoden provoziert, 1939 eine rigide Politik, die den Landkauf durch einwandernde Juden weitgehend untersagte.
1947 legte GB die Palästinafrage der UNO zur Entscheidung vor. Sie empfahl unter dem 29.11.1947 die Zweiteilung des Landes in einen isr. u. palästinensischen Staat.
Am 15.5.1948 erlosch das britische Mandat. Am gleichen Tag rief der "Nationalrat der Juden in Palästina" den unabhängigen Staat Israel aus, der plötzlich 77 Prozent Palästinas umfasste.
Das Palästinaproblem ward geboren.

die westbank sowie ost-jerusalem wurden 1948, entgegen dem uno-teilungsplan, von jordanien besetzt. im sechstagekrieg konnten die idf die gebiete erobern. in einer erklärung vom 31.07.1988 hat könig hussein schliesslich auf die gebiete verzichtet (http://www.palaestina.org/dokumente... %201988'). von einer rückgabe dieser gebiete an palästinensische besitzer kann also keine rede sein. der status dieser gebiete ist zu regeln, und da die palästinenser keine gelegenheit verpassen, eine gelegenheit zu verpassen, wird der kuchen für sie kleiner und kleiner.

landenteignung wird mit gewalt durchgesetzt

das was im artikel beschrieben wird, passiert überall im westjordanland und es gibt protest dagegen, der mit gewalt unterdrückt wird. fotoberichte einer reise nach palästina:

Eindrücke aus Palästina I - Besuch im zerstörten Tana
http://at.indymedia.org/newswire/... /index.php
Eindrücke aus Palästina II - Tränengas und Gummigeschosse in Bil´in
http://at.indymedia.org/newswire/... /index.php
Eindrücke aus Palästina III - Demo gegen Landraub
http://at.indymedia.org/newswire/... /index.php
Eindrücke aus Palästina IV - Verletzte in Kifl Haris
http://at.indymedia.org/newswire/... /index.php
Eindrücke aus Palästina V - Eskalation in Azzun
http://at.indymedia.org/newswire/... /index.php

Der auf den Fotos dargestellte gewaltlose Widerstand...

und vor allem die Demonstrationen gegen die Zerstörung und Enteignung palästinensischer Dörfer haben nur dann Aussicht auf Erfolg, wenn Mitglieder israelischer Friedensbewegungen sich zu ihnen gesellen. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass das Militär in diesen Fällen davor zurück schreckt, sein Potenzial einzusetzen. Auf diese Weise konnten bereits tausende Ölbäume gerettet werden.

Eine Studie der Weltbank zu den ökonomischen Folgen des Sperrwalls in seinem bisherigen Verlauf geht von 80.000 Menschen aus, die unmittelbar in ihrer Existenz betroffen werden. Hätte man den Wall entlang der Grünen Linie gebaut, könnten diese Menschen jetzt noch in Würde leben!

jaja ...

... die uebliche antiImp-scheisse.

imperalismus ist scheisse. punktum.

so wie rassismus u antisemitismus zbsp

Antiimperialismus ist aber platt wie ein getrockneter Kuhfladen...

... wenn er sich - wie in seiner häufigsten Variante - immer speziell Israel und die USA heraus greift.

Kapitalismus=Imperialismus=USA+/-Israel - Marx, der Antiimperialist, hätte höhnisch gelacht über so viel kurzsichtige Primitivität.

Lesen Sie nur z. B. Karl Marx: "Die britische Herrschaft in Indien", dann geht Ihnen vielleicht wenigstens ein Auge auf.

"Nur Israel und USA herausgreift"

wer besetzt dzt. noch fremdes Land und überfliegt etwa fremdes Staatsgebiet mit militär. Gerät ohne nachzufragen?

Russland in T

25 Km tief...

da gehts nicht um ein paar Quadratmeter. Da wird schon kräftig land in Besitz genommen.

Presse

Es wird interessant, ob die Presse über diese Säuberungsaktion auch so viel berichten wird, wie über den Rückzug aus Gaza mit "weinenden Kindern und schreienden Frauen".

zumindest ist mit gush shalom die israelische friedensbewegung schon aktiv geworden. (ein entsprechender newsletter mit aufruf zum protest ist soeben in meinem posteingang eingelangt)

Ich bin gespannt, ob IDF-Soldaten ebenso weinen und moralische Probleme haben werden, wenn sie Palästinenser von ihrem eigenen Land vertreiben UND ob man auch auf gröbere Gewalt verzichtet.....

jo

@ wannaBe king david und gilgi,
was ist daran wenn ihr mal weinende israelis im fernsehen sehen könnt, es ist neu für euch, was?
bis jetzt gab es nur weinende palästinenser, wie zB mütter von terroristen die sich grade in die luft sprengten, oder einen so genannten "extremisten" der sich draußen mit isr. soldaten anlegte.
die mütter der minderjährigen kinder, die sich zufällig neben soldaten rumtreiben und sie vielleicht zumsammen mit den vätern oder großen brüdern soldaten beschießen/bewerfen , die zufälligerweise manchmal mit sprengstoffgürteln angebunden sind
ist ja auch kein zufall, dass man keine weinende israelis im fernsehen sieht, bei terroranschlägen ist es nicht erlaubt die toten kinder oder soldaten zu filmen. im gegensatz zu

Ich würde es begrüßen, wenn sie wenigstens ansatzweise versuchen würden zu argumentieren und nicht permanent polemisieren.
Ich habe nichts über Bombenopfer geschrieben, es geht hier einzig und alleine um fundamentalistische „Siedler“ und IDF-Soldaten!!!

Also, lassen sie ihre naiven Propagandafeldzüge, ihre permanente Einseitigkeit, ihre rechte Einstellung.....

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