Neuer Studiengang Coaching & Supervision

7. März 2006, 12:45
3 Postings

Mit dem neuen Master für Supervision und Coaching baut die Uni Salzburg auf ein schon lange etabliertes Programm auf. Betätigungs­felder gibt es immer mehr

Wenn die Universität Salzburg Ende September den Masterlehrgang für Supervision und Coaching startet, dann führt sie eine langjährige Tradition weiter. Ein Universitätslehrgang existiert nämlich schon seit 1981, wurde aber in Hinblick auf die angestrebten Master-Ehren von sechs auf sieben Semester verlängert. Die Masterthesis stelle "eine hohe Anforderung dar", und von der Österreichischen Vereinigung für Supervision seien ohnehin mindestens fünf Semester vorgeschrieben, begründet Angela Gotthardt-Lorenz vom Wiener Institut für Supervision und Organisationsentwicklung. Gemeinsam mit dem Salzburger Professor Joachim Sauer obliegt ihr die Lehrgangsleitung. Man brauche außerdem "relativ viel Zeit, um sich eine Identität als Supervisor aufzubauen", verteidigt sie die für ein Masterstudium recht lange Studiendauer weiter.

In der Theorie habe sich die Supervision seit 1981 insofern verändert, "als sie früher vor allem in Österreich ein Appendix der Psychotherapie war. Das hatte eine Doppelwirkung: Einerseits, dass hervorragende Leute in dem Bereich arbeiten, die wirklich eine Ahnung von der Psyche haben; andererseits aber auch die Verwechslung, dass sie therapeutisch sei." Tatsächlich handle es sich bei der Supervision jedoch um eine "arbeitsreflexible Form der Beratung", erklärt Gotthardt-Lorenz, womit sie gleich den "gröbsten Unterschied" zum herkömmlichen Coaching festhält. "Wenn man jemanden nur trainiert, dann ist das nicht mehr Supervision."

Der reflexive, die eigene Situation beleuchtende Ansatz sei "in der Wirtschaft" aufgrund des heutigen Arbeitstempos "sehr gefragt. Es ist wichtig, Phasen einzulegen, um über die eigene Situation nachzudenken: Was passiert, wo bin ich gelandet, was will ich, ist das gut für die Arbeit?"

Neben dem klassischen Einsatz zur Konfliktlösung sei "die Angst vor dem Jobverlust, die überall, selbst bei den Beamten, eingezogen ist" eine immer bedeutendere Problemstellung der supervisionären Beratung. Das habe es in dem Ausmaß "vor zehn Jahren nicht gegeben".

Als Teilnahmevoraussetzung für den Masterlehrgang, der einen Schwerpunkt auf interkulturelle Kompetenzen legt, gilt eine human-, sozial-oder wirtschaftswissenschaftliche Ausbildung, eine fünfjährige Berufspraxis und ein Mindestalter von 27 Jahren. In begründeten Fällen kann eine andere Qualifikation das Vorstudium ersetzen.

Aufgrund des psychotherapeutischen Ursprungs hätten es Psychologen in der Supervision "sicher leichter", bestätigt Gotthardt-Lorenz. Dennoch verweist sie auf immerhin ein Drittel Studierender, "die etwa aus der Wirtschaftspädagogik, aus Unternehmensberatungen oder Personalführungsetagen kommen". (DER STANDARD-Printausgabe, 14./15.8.05)

Von Bernhard Madlener

sbg.ac.at/
supervision
  • Bild nicht mehr verfügbar

    Bei der Lösung von Konflikten, bei Jobverlustängsten, bei der Reflexion über die eigene Situation und zukünftige Entwicklungen: Supervision hilft, die dunklen Wolken der Ungewissheit zu durchdringen.

Share if you care.