Kosmetik? Ja, aber natürlich!

10. November 2005, 15:46
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Pflanzen spielen in der Schönheitsindustrie eine bedeutende Rolle

Sie sind nicht nur selbst schön, sie machen auch schön: Pflanzen, die aus diesem Grund seit jeher in der Kosmetik Verwendung finden. Und man muss kein Biofreak sein, um gerne zu natürlichen Schönheitspflegestoffen zu greifen, wie sie zum Beispiel der französische Beautykonzern L'Occitane en Provence vertreibt.

Jetzt im August ist gerade die Lavendelernte im Gang. Sein ätherisches Öl ist entzündungshemmend, antiseptisch und entspannend wirkt. Da die geografische Lage für die Qualität des Öls maßgeblich ist - je höher, desto feiner -, gelten Anbauflächen wie jene auf dem Mont Lure als besonders wünschenswert.

Die Ernte für die Kosmetikindustrie beginnt aber schon im März, wenn die Oliven in die Ölmühle kommen, wo das Öl vom Olivenwasser getrennt wird. Dieses natürliche Derivat aus dem Pressungsprozess ist reich an Polyphenol, das gegen freie Radikale schützt.

Im April stehen die Mandelbäume im Mittelpunkt, die lange als Wahrzeichen der Haute Provence galten, bis sie in den 30er-Jahren profitableren Erntepflanzen weichen mussten. Dabei werden die Proteine der Mandelschale wegen ihrer feuchtigkeitsspendenden, beruhigenden Eigenschaften geschätzt, und in der Mischung mit Immortelle, Pfefferminze und Koffein steigert die Mandel den Abtransport überschüssiger Fettzellen. Auch die Immortelle, eine mythische Strohblume aus Korsika, wird im April geerntet. Ihr ätherisches Öl wirkt regenerierend, neutralisiert Giftstoffe und fördert den Schutz vor freien Radikalen.

Der Mai steht im Zeichen des Grünen Tees, der gleichzeitig entzündungshemmend und erfrischend wirkt und den Entgiftungsprozess ankurbelt. Im Juni folgt die Verveine-Ernte, die bis in den August hinein andauert. Auch Venusader oder Eisenkraut genannt, wirkt das blühende Kraut als Tee gegen Husten, das ätherische Öl aus den Blättern sorgt für Energie und Frische.

Selbst im Herbst, wenn die meisten Pflanzen allmählich verblühen, kommt mit Honig noch natürlicher Nachschub für die Kosmetikbranche, der in Kombination mit beruhigendem Propolis und nährendem Gelée royale - das aus dem Nektar der Blüten gewonnen wird - Hautrötungen vermindert. (mth, DER STANDARD, Printausgabe vom 13./14./15.8.2005)

  • Artikelbild
    foto: l'occitane en provence
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