Geschichte der Wimperntusche: Ursprünglich diente Schlamm zum Schutz vor Sonne und dem berüchtigten "bösen Blick"
Wien - Lang, dicht und attraktiv geschwungen, so wünscht
sich laut Umfragen die Mehrheit der Frauen ihre Wimpern. Deshalb
gehört Mascara zum Basisprogramm der dekorativen Kosmetik: Die
Wimperntusche macht rund die Hälfte des Gesamtumsatzes des
Augen-Make-up-Marktes aus. Durch sie werden die Augen optisch
vergrößert und wirken wacher.
Ursprung
Bereits im alten Griechenland, in Rom und im Nildelta verwendeten
Frauen Mascara zur Betonung ihrer Augen. Der Ursprung soll in einem
kleinen nordafrikanischen Dorf liegen, dessen Frauen die Augen zum
Schutz gegen die intensive Sonnenstrahlung mit Schlamm umrandete.
Ganz in der Nähe, in Ägypten, benutzten Frauen der frühen Königreiche
eine dicke, dunkle Schicht Mascara, um den "bösen Blick" abzuwehren.
Bald fand man auch Gefallen an der Ästhetik der schwarz umrandeten
Augenpartie im alten Indien und in arabischen Ländern.
Die erste Wimperntusche
Das Einläuten der Ära der modernen Mascara wird dem US-Chemiker
T.L. Williams zugeschrieben. Er soll 1913 die Wimperntusche neu
erfunden haben - um seiner Schwester einen Gefallen zu tun, die auf
einem Ball Eindruck schinden wollte. Williams mischte Kohlenstaub mit
Vaseline, seine Schwester Mabel eroberte mit gekonntem Augenaufschlag
ihren Chet, den sie 1914 heiratete. 1915 gründete T.L. Williams das -
heute international erfolgreiche - Kosmetikunternehmen Maybelline,
zwei Jahre später brachte die Firma die erste Kompaktmascara auf den
Markt.
Breite Popularität erreichte das Schminkutensil erst, als es
einfach aufzutragende, wasserfeste Versionen gab. Zu "Fliegenbeinen"
verklebte Wimpern und Verwischen sind Probleme, die Kundinnen bis
heute am meisten ärgern. Im Idealfall aber sehen getuschte Wimpern
dichter aus, weil sie von einem Farbmantel umschlossen werden. Kleine
Fasern verlängern die Härchen, und jedes einzelne kommt zur Geltung. (APA)