Donaukanal: Stadt Wien bewirbt ÖVP-Strand nicht

4. November 2005, 14:07
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VP-Walter: SPÖ geht es nicht um Menschen, sondern um Machterhaltung - SP-Hufnagl: ÖVP "mehr als wehleidig"

Wien - Die Wiener ÖVP ist verärgert. Anlass dafür sind Publikationen bzw. Inserate der Stadt Wien, in denen auf die neuen Freizeit-Angebote am Wiener Donaukanal hingewiesen wird. Der von der Volkspartei veranstaltete "Sommerstrand" findet darin laut VP nämlich keine Erwähnung. Die Wiener Sozialdemokraten verteidigen das Vorgehen: Parteiveranstaltungen werden in Publikationen der Stadtverwaltung nicht beworben, heißt es.

Sommerstrände

Laut ÖVP informiert die Stadt unter anderem in der Zeitschrift "wien.at" über die neuen Sommerstrände. "Zwei Geschichten widmen sich neuen und künftigen Angeboten am Donaukanal, eine eigene Grafik weist den Weg zu den Sommerattraktionen", so VP-Landesgeschäftsführer Norbert Walter am Mittwoch in einer Aussendung. Den VP-Strand zwischen Salztorbrücke und Schwedenbrücke finde man aber "erstaunlicherweise" nicht.

Der Beitrag spreche sogar explizit nur von zwei Sandstränden, nämlich der Adria Wien und der Strandbar Hermann. Diese wurden von privaten Lokalbetreibern initiiert. "Einmal mehr zeigt sich, dass es der SPÖ nicht um die Menschen, sondern nur um den Machterhalt in Wien geht", kritisierte Walter.

Die Botschaft sei eindeutig: "Das war nicht unsere Idee, daher existiert es einfach nicht." Die Wiener ÖVP plant nun eine diesbezügliche Anfrage im Gemeinderat, wie Walter ankündigte.

SPÖ verwundert

Die Wiener SPÖ zeigte sich in einer Reaktion sichtlich verwundert: "Klarerweise kann die Stadt ein dezidiert als Parteiveranstaltung ausgewiesenes Freizeit-Angebot nicht bewerben", meinte SP-Gemeinderat Heinz Hufnagl in einer Aussendung. "Offenbar wird das per Inseraten verbreitete Angebot von VP-Chef (Johannes, Anm.) Hahn, ihn am parteieigenen Donaukanal-Strand zu treffen, von den Wienerinnen und Wienern nicht so angenommen, wie sich die VP das wünscht", mutmaßte der SP-Politiker.

"Diesen Misserfolg der VP, die mit ihrem Strand offenbar baden gegangen ist, auf die Stadt abschieben zu wollen, ist schon mehr als wehleidig", meinte Hufnagl. (APA)

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