Siedlerbewegung begann nach Sechs-Tage-Krieg 1967

2. September 2005, 14:13
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Rund 250.000 Siedler in besetzen Gebieten

Tel Aviv - Die israelische Siedlerbewegung wurde geboren aus dem Siegestaumel des Sechs-Tage-Krieges vor fast vier Jahrzehnten. Im Juni 1967 war es dem jüdischen Staat gelungen, in weniger als einer Woche Ostjerusalem, das Westjordanland, die syrischen Golan-Höhen, den Gaza-Streifen und die Sinai-Halbinsel zu erobern - insgesamt ein Gebiet, das doppelt so groß war wie Israels Staatsgebiet.

Warnende Stimmen

Die Besiedelung des Westjordanlands - von Israelis Judäa und Samaria genannt - galt vielen als Rückkehr in das biblische Land Israel, der Traum von "Groß-Israel" begann. Skeptische Stimmen warnten allerdings schon damals, die Siedlungen könnten Israel zum Verhängnis werden und drängten auf eine rasche Friedensregelung mit den arabischen Staaten und den Palästinensern im Tausch für die eroberten Gebiete.

Die erste Siedlung Kfar Ezion wurde noch 1967 im Westjordanland errichtet, etwa zehn Kilometer von Bethlehem entfernt. Als erste Siedlung im Gaza-Streifen entstand Kfar Darom (1970). Beide Siedlungen wurden auf den Trümmern jüdischer Ansiedlungen errichtet, die während des ersten Nahostkriegs 1948 von der jordanischen bzw. der ägyptischen Armee zerstört worden waren.

Allon-Besiedelungsplan

In den ersten Jahren erfolgte die Besiedlung der besetzten Gebiete auf der Basis des Allon-Plans (von Vizepremier Yigal Allon), der eine systematische Landnahme nach strategischen Erwägungen vorsah. Die ersten Wehrsiedlungen wurden damals gebaut, um Pufferzonen zu Syrien, Jordanien und Ägypten zu schaffen. Auch um Jerusalem entstanden mit den Jahren Siedlungsketten, die eine Teilung der Stadt unmöglich machen sollen.

Die verheerenden Verluste des Yom-Kippur-Kriegs versetzten dem israelischen Hochgefühl 1973 einen schweren Dämpfer. Kurz darauf gründeten religiöse jüdische Siedler die Bewegung Gush Emunim (Block der Getreuen), die nach dem Wahlsieg der rechtsorientierten Likud-Partei unter Menachem Begin eine immer stärkere Unterstützung der Regierung erhielt.

Rund 250.000 Siedler in besetzen Gebieten

Mit der fortschreitenden Besiedlung der besetzten Gebiete, die das Leben der palästinensischen Bevölkerung immer weiter einschränkte, wuchs auch die internationale Kritik an den Siedlungen. Die erste Räumung israelischer Siedlungen, darunter der Siedlerstadt Yamit, erfolgte 1982 mit der Rückgabe der Sinai-Halbinsel an Ägypten im Rahmen der 1979 geschlossenen Separatfriedens. Viele der Siedler aus den damals geräumten Orten wählten als neue Heimat israelische Siedlungen im Gaza-Streifen. Inzwischen ist die Zahl der israelischen Siedler in den besetzten Gebieten auf fast eine Viertelmillion Menschen angewachsen. (APA/dpa)

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