Unis müssen mehr Miete zahlen

8. November 2005, 15:50
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Zu den allgemeinen Budgetnöten der Universitäten kommen jetzt auch noch eine Mieterhöhung um fünf Prozent und Grundsteuer-Nachzahlungen

Den ohnehin finanzschwachen Universitäten droht im kommenden Jahr eine beträchtliche Mieterhöhung durch die Bundes-Immobiliengesellschaft (BIG).

„Die Mieten sind seit 2001 nicht erhöht worden und werden der Inflation angepasst“, begründet BIG-Chef Christoph Stadlhuber im KURIER-Interview die Maßnahme.

Fünf Prozent

Ab 1. 1. 2006 hebt die Bundes-Immobiliengesellschaft sämtliche Mieten für Bundesschulen und Unis um fünf Prozent an. Die Unis müssen außerdem mit Grundsteuer-Nachzahlungen und höheren Betriebskosten rechnen. Die gesamten Mieteinnahmen der BIG steigern sich von 170 Millionen Euro im Vorjahr auf rund 175 Millionen Euro für 2006.

“Schleißige“ Zahlungsmoral

Die Rektorenkonferenz zeigt sich empört über die Kostensteigerung. Für Stadlhuber nicht unerwartet: „Die Reaktion der Unis ist auf Grund ihrer budgetären Situation verständlich. Nur sind wir nicht verantwortlich für die Finanzierung und daher der falsche Adressat für deren Unmut“, so der BIG-Chef im KURIER.

Zudem stünden manche Rektoren auch nicht immer in der ersten Reihe, wenn es darum geht, die Miete zu bezahlen. Manche Unis würden sehr „schleißig“ zahlen und der BIG dadurch neun Millionen Euro an Außenständen bescheren. Bisher habe man aber davon abgesehen, ausstehende Mieten einzuklagen.

In Zukunft werde man aber „darauf insistieren müssen“, so Stadlhuber.

Immer ärger

"Die Finanzkrise der Universitäten nimmt immer ärgere Ausmaße an“, kommentierte SPÖ-Wissenschaftssprecher Josef Broukal die Entwicklungen. Broukal fordert in einem Brief von der Vorsitzenden des parlamentarischen Wissenschaftsausschusses, Magda Bleckmann, eine Thematisierung im Rahmen des Wissenschaftsausschusses.

Der Wissenschaftssprecher der Grünen, Kurt Grünewald, übt ebenfalls Kritik: "Die Erhöhung der Mietpreise und der Betriebskosten um fünf bis acht Prozent gibt den Unis sozusagen noch den Rest, und das in einer Situation, die ohnehin nur mehr als prekär beschrieben werden kann", so Grünewald. Gehrer schaue "ungerührt zu". (red)

  • Ab 2006 werden die Mietpreise für die, oftmals baufälligen, Uni-Gebäude um fünf Prozent erhöht.
    foto: standard/cremer

    Ab 2006 werden die Mietpreise für die, oftmals baufälligen, Uni-Gebäude um fünf Prozent erhöht.

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