Werkbundsiedlung: Beginn der Sanierung verschiebt sich

15. Februar 2006, 12:26
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Denkmalamt: "Vorarbeiten umfangreicher als gedacht" - Pilotsanierung zweier Häuser

Die Sanierung von einem der bekanntesten Wiener Wohnprojekte verschiebt sich. Die 1932 errichtete Werkbundsiedlung in Hietzing steht auf feuchtem Grund, weshalb im Laufe der Jahre Schäden entstanden sind, die die Substanz der Häuser bedrohen. Das für heuer angekündigte gesamte Sanierungskonzept dürfte nun erst 2006 vorliegen, bestätigte das Bundesdenkmalamt (BDA). Die Arbeiten an zwei "Pilotobjekten" sollen unmittelbar danach beginnen.

"Die erforderlichen Arbeiten sind umfangreicher als gedacht", bestätigte Bruno Maldoner, im BDA zuständig für die Werkbundsiedlung, der APA. Anfang des Jahres hatten BDA und Stadt Wien die Ausarbeitung eines gemeinsamen Sanierungskonzeptes angekündigt.

Zunächst werden alle Bauten überprüft, um die Bautechnik exakt festzustellen. Dabei ist man überraschend darauf gestoßen, dass zumindest ein Teil der Häuser nur im unteren Bereich gemauert ist, im oberen Bereich jedoch in Holz ausgeführt wurde. Nun habe man sich für eine Sanierung von vorerst zwei Gebäuden entschieden, so das Büro des zuständigen Stadtrats Werner Faymann (S).

Schäden an der Fassade

Die beiden fraglichen Objekte, das berühmte Haus von Josef Frank und ein kleineres von Clemens Holzmeister, werden aber erst nach der Erstellung des gesamten Sanierungskonzeptes angegangen. Dieses wird vermutlich erst gegen Frühjahr oder Sommer 2006 vorliegen, so Maldoner. Noch stehe auch nicht fest, ob Maßnahmen an den einzelnen Häusern ausreichen, oder ob eine generelle Ableitung des Grundwassers vor der Sanierung notwendig sein wird.

Die meisten Häuser - die allesamt unter Denkmalschutz stehen - weisen mittlerweile Schäden an der Fassade, bröckelnden Verputz, feuchte Keller oder rostende Türen und Balkone auf. Fest stehe jedenfalls, dass sich das Denkmalamt an den Kosten beteiligen werde, so Wiens Landeskonservatorin Barbara Neubauer. Eine große Generalsanierung sei wegen der gemischten Eigentümerstruktur aber schwierig, gab sie zu bedenken. Die überwiegende Mehrheit der Häuser gehört der Stadt, ein kleiner Teil befindet sich aber in Privatbesitz.

An der Errichtung dieser für Wien einzigartigen Reihenhausanlage mit 70 Bauten beteiligten sich Architekten wie Adolf Loos, Margarete Schütte-Lihotzky und Josef Hoffmann. Ziel war, Modellhäuser für Geringverdiener zu entwerfen. Die Wohnfläche der Bauten bewegt sich meist zwischen 53 und 101 Quadratmetern. (APA)

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    foto: a pa/pfarrhofer
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