Red Bull Salzburg: Fronten verhärtet

6. August 2005, 14:07
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Gespräche abgelehnt, Fanbeauftragter dankt ab

Salzburg - Der Wickel der noch nicht so guten neuen Red Bull Salzburg mit den Fans der guten alten Austria Salzburg geht weiter. Er wird so lange weitergehen, lautet eine seitens Red Bulls geäußerte Vermutung, "bis die Mannschaft wirklich gut spielt und auch gewinnt". Das könnte, nimmt man die erste halbe Stunde gegen Rapid als Maßstab, recht bald der Fall sein.

Noch ist sie groß, die Empörung einiger Anhänger. Nun hat sich noch Georg Mayrhauser gemeldet, eigentlich abgemeldet. Mayrhauser war Fanbeauftragter in Salzburg, er hat seine "Tätigkeit aus eigenem Entschluss beendet". Ihm sei klar gewesen, dass Red Bull eine "eigene Philosophie durchsetzen" wolle, doch passe "die Panzermethode eher zu einem totalitären Regime als zur österreichischen (Sport)Kultur". Mayrhauser empört sich darüber, dass ihm von Red Bull Salzburg untersagt wurde, Fanfahrten zu Auswärtsspielen zu organisieren, empört sich auch über 61 Hausverbote, die der Klub teilweise gegen "unbescholtene, willkürlich gewählte Personen" ausgesprochen habe. Red Bull habe mit ihm, Mayrhauser, "keinerlei Kontakt zur Klärung der Situation oder Durchsicht der Namensliste aufgenommen".

Oberstes Anliegen der "Initiative Violett-Weiß", der sich nun auch Mayrhauser anschließen könnte, ist es, die alten Vereinsfarben weiterhin verankert zu sehen. Stephan Huber, Obmann der Initiative, sagte in einem Interview mit den Salzburger Nachrichten: "Ein Klub hat drei Konstante, den Vereinsnamen, die Farben und die Fans. Wenn zwei davon eliminiert werden, haben die Fans ein Problem." Die Anhänger hatten zunächst "euphorisch" (Huber) auf das Red-Bull-Engagement reagiert, sie waren davon ausgegangen, dass Red Bull neben der Klasse (Bundesliga) auch die Klubfarben erhalten würde. Tatsächlich ist in den Statuten nach wie vor von Violett und Weiß die Rede, gespielt wird aber in Rot und Weiß. Red Bulls Argument: "Red Bull ist kein Sponsor, sondern Eigentümer."

Die Vertreter der Initiative Violett-Weiß beschweren sich darüber, dass der neue Klub die alten Erfolge außer Acht lässt, und hoffen, dass "Red Bull unsere weit ausgestreckte Hand ergreift". Gespräche indes wird es nicht geben, wie Red Bull verlautbaren lässt. "Keine Kompromisse. Das ist ein neues Team, ein neuer Klub. Es gibt keine Tradition, es gibt keine Geschichte, es gibt kein Archiv." (fri, DER STANDARD Printausgabe 2. August 2005)

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