Neue Version von Freenet verspricht vollständig anonymes File Sharing

29. November 2005, 13:24
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P2P-Plattform vor allem für politische Aktivisten gedacht - Soll vor Überwachung schützen

Eine neue Version der P2P-Software Freenet soll verhindern, dass Regierung oder Unternehmen die Urherber digitaler Daten ausforschen oder überwachen können. Der irischer Entwickler Ian Clarke, hat die Technologie vergangene Woche bei der Computer-Sicherheits-Konferenz Defcon in Las Vegas präsentiert.

Ausrichtung

Er will damit nicht Copyrights umgehen, sondern Netzwerk-User vor Zensur und Einschränkung, etwa durch Regierungsstellen, schützen. Als potenzielle Abnehmer sieht er politische Aktivisten. Hollywood und die Musikindustrie fürchten dennoch einen neuen Rückschlag im Kampf gegen Tauschbörsen zu erleiden. Auf den Markt kommen soll Freenet in den kommenden Monaten.

Privat

Im Gegensatz zu P2P-Netzwerken wie Napster oder Grokster soll die neue Software nur User miteinander verbinden, die sich persönlich kennen. Ian Clarke, der Entwickler, will ihnen ermöglichen, digitale Daten auf einer sicheren und für Dritte nicht zugänglichen Plattform per Internet auszutauschen. Er verfolgt politische Ziele und will Regimekritikern in Ländern helfen, in denen Daten-Transfers überwacht werden. "Die typischen Freenet-User wären zum Beispiel politische Aktivisten in China oder auch in den USA", so Clarke. Er hält den Nutzen durch die Plattformen für größer als die Gefahr, dass diese von gewaltbereiten, illegalen Gruppen missbraucht werden.

Auswirkungen

Der Gefahr, dass die Software für den Austausch von Copyright-geschützten Filmen oder von Musik verwendet wird, ist sich Clarke bewusst. "Das ist eine unvermeidbare Konsequenz." Die Film- und Musikindustrie fürchtet, nach dem Urteil gegen Grokster, wieder an Boden gegenüber Tauschbörsen zu verlieren. Das Urteil des obersten US-Gerichts hatte im Juni 2005 festgelegt, dass die Betreiber von P2P-Netzwerken dafür verantwortlich gemacht werden können, was User mit der bereitgestellten Software machen. Das Urteil wurde als Sieg der Plattenfirmen und Filmstudios gefeiert, da es Klagen von Tauschbörsen-Betreiber ermöglicht. Entwicklungen wie Freenet erschweren der Industrie wieder, den Austausch Copyright-geschützter Daten nachzuvollziehen und zu beschränken. (pte/red)

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