Chronologie

Die Entstehung des saudiarabischen Reiches

Redaktion, 9. August 2005, 13:11

Dynastie als Trägerin der wahhabitischen Ideologie

Wien - Das Königreich Saudiarabien, dessen fünfter Herrscher, König Fahd, gestorben ist, entstand 1932 durch den Zusammenschluss der - nach dem Ersten Weltkrieg und dem Zerfall des Osmanischen Reiches unabhängig gewordenen - Fürstenstaaten Nedschd (Hauptstadt Riad) und Hedschas (Hauptstadt Mekka). Die Saud-Dynastie hatte Anfang des vergangenen Jahrhunderts ihr Stammland Nedschd zurückerobern können und 1924/25 die (heute noch in Jordanien regierende) Haschemiten-Dynastie aus Mekka vertrieben.

Ein chronologischer Abriss:

  • 1517 - Der Großteil der arabischen Habinsel kommt unter die Oberhoheit der Osmanen.

  • Mitte des 18. Jh.: Erhebung der Wahhabiten gegen die Türkenherrschaft. Mohammed Ibn Abdul Wahhab (1703-1792) gründete eine puritanische Erneuerungsbewegung, welche die Rückbesinnung auf die islamischen Ursprünge propagierte. Scheich Mohammed Ibn Saud (von dem die saudische Königsfamilie abstammt) verhilft der pietistischen Strömung zum Durchbruch.

  • 1818 - Sieg der türkischen Truppen über die Wahhabiten, die weiter Widerstand leisten.

  • 1891 - Flucht der Saud-Familie nach Kuwait. (Die dortige Herrscherfamilie steht unter britischem Schutz).

  • 1902 - Mit britischen und russischen Waffen erobert Abdul Aziz Ibn Saud von seinem Exil in Kuwait aus das Fürstentum Nedschd mit der Hauptstadt Riad zurück. Die Unabhängigkeit von Nedschd wird nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs von den Briten anerkannt.

  • 1924/25 - Ibn Saud erobert das (1916 vom erblichen Großscherif von Mekka ausgerufene) Königreich Hedschas und vertreibt den haschemitischen König Hussein, Nachkommen des Propheten, aus der heiligen Stadt Mekka. (Husseins Söhne Faisal und Abdullah, die den arabischen Aufstand gegen die Türken angeführt hatten, werden mit britischer Hilfe Herrscher im Irak bzw. in Transjordanien).

  • 1932 - Offizielle Vereinigung von Hedschas und Nedschd zum "Vereinigten Königreich Saudiarabien".

  • ab 1933 - Entdeckung kommerziell verwertbarer Erdölvorkommen; Konzessionen für die "Standard Oil of California" (1944 umbenannt in ARAMCO - "Arabian-American Oil Company").

  • 1953 - König Abdul Aziz Ibn Saud stirbt. Sein Sohn Saud besteigt den Thron.

  • 1958 - Ausschaltung einer nasseristisch beeinflussten Prinzen-Gruppe ("Freie Prinzen"), die gegen die feudalabsolutistischen Verhältnisse eintrat und eine konstitutionelle Monarchie anstrebte. Ihre Mitglieder werden verbannt.

  • 1962 - Offizielle Abschaffung der Sklaverei.

  • 1964 - Absetzung von König Saud, dem zügellose parasitäre Verschwendung zur Last gelegt wird. Sein Bruder, Kronprinz Faisal, wird König.

  • 1975 - Faisal wird von einem Mitglied des Herrscherhauses ermordet. Sein Bruder Kronprinz Khaled besteigt den Thron.

  • 1982 - Nach dem Tod von König Khaled folgt ein weiterer Sohn des Reichsgründers, Fahd, auf den Thron.

  • 1991 - Golfkrieg gegen den Irak: Die USA stationieren Truppen in Saudiarabien. Politisch, militärisch und wirtschaftlich ist das Königreich der wichtigste Partner der USA in der Golfregion.

  • 1992 - Ein erstes Gesetz über die Staatsgewalt schreibt unter anderem fest, dass - unabhängig vom Zeitpunkt der Geburt - "der Fähigste" unter den Nachkommen Ibn Sauds thronfolgeberechtigt ist. Artikel I lautet: "Die Verfassung des Königreichs sind das Buch Allahs des Erhabenen und die Sunna Seines Propheten". Der König ist gleichzeitig Regierungschef.

  • 1993 - Schaffung eines "Konsultativrats" aus sechzig vom König ernannten Mitgliedern. Das Gremium kann Verordnungen der Regierung beeinspruchen, die daraufhin vom König einer nochmaligen Prüfung zu unterziehen sind.

  • 1995/96 - Verheerende Anschläge auf eine US-Kaserne in Riad und einen US-Militärstützpunkt in Dhahran.

  • 1996 - Der schwer kranke König Fahd überträgt seinem Halbbruder Kronprinz Abdullah die Regentschaft.

  • 2001 - Nach den Terroranschlägen vom 11. September in den USA - 15 der 19 Flugzeugattentäter sind saudiarabische Staatsangehörige - verschlechtern sich die Beziehungen zwischen Washington und Riad. Pentagon-Kreise fordern, das Königreich als "Feind" einzustufen, der den Terrorismus fördere. Der Hass des ausgebürgerten Terrordrahtziehers Osama Bin Laden und seiner Organisation Al Kaida richtet sich aber nicht nur gegen die USA und Israel, sondern auch gegen die saudische Herrscherfamilie, der vorgeworfen wird, Ungläubige (US-Soldaten) nach Saudiarabien geholt und damit die heiligsten islamischen Stätten geschändet zu haben.

  • 2003 - Saudiarabien lehnt den US-geführten Feldzug gegen den Irak zum Sturz des Regimes von Saddam Hussein ab.

  • 2005 - König Fahd stirbt. Den Thron besteigt sein Halbbruder Abdullah.
(APA)
Kommentar posten
16 Postings
quapil2
00
28.8.2009, 20:28

es geht doch nicht darum wie rückständig saudi arabien oder andere staatenkonstruktionen aus postkollonialer zeit sind, sondern die tatsache dass wir hier in europa auf einer insel umgeben von lauter rückständigen staaten leben. es gibt weitaus mehr menschen auf der welt, die nicht unsere freiheiten genießen dürfen. frage ist halt : folgen die uns oder wir ihnen ?

Sternchen100
00
29.7.2009, 11:18

Die eigentlichen Herrscher wären somit als Mohammed-Nachkommen die Haschemiten, d.h. Jordanien.

Welcher bösartiger Dreck auf der Welt hat eigentlich NICHT 1880-1945 als Geburtsdatum????

20$hoe
02
14.2.2009, 21:30
2011 - Barrak Hussein Obama konvertiert zum Islam.

2015 - Saudi Arabien wird 52 Bundesstaat des islamischen Kaiserreichs USA.

philidor85
00

wenn sie bereit sind darauf zu wetten, halte ich den einsatz :)

Kong Yi Ji
10
ist das alles

ist das alles, was euch dazu einfaellt, kollegas? ueber die armen maederl in den harems und die OFFIZIELLE abschaffung der sklaverei in den 60ern? 1905 is in vorarlberg no a hex verbrannt worden. in den spaeten 60ern hat die kath. kirche erkannt, dass die erde rund ist.

UND: habt ihr die besucherliste vom begraebnis fahds angeschaut? und zu so einem land faellt euch wirklich, wirklich nichts anderes ein als 'maedels' und 'sklaven'?

in welchem jahrhundert lebt IHR?

totila39
00
15.6.2009, 18:07

Bitte??? 1905 in Vorarlberg eine Hexe verbrannt? Woher hast du denn diesen Blödsinn?

Also, was manche Leute hier absondern, ist absonderlich.

Hossam Hassan
00
29.1.2007, 15:07
1905 ist in vorarlberg sicher keine hex verbrannt worden

die letzte in europa bekannt gewordene "hexenprozess" fand 1762 in der schweiz statt.

mia reichts!
00
gar nicht zu reden...

...von den vielen mädels in den harems, die es gibt. da sind sicherlich nicht alle freiwillig dort!

Sina .
00
31.12.2005, 17:40

wieso nicht?

philidor85
00

die fadisierens ich dort - den ganzen tag drauf warten, dass der erlauchte herr auf ein schäferstündchen vorbeischaut ist doch ermüdend

M F
00
sklaverei bis in die sechziger?!

mir war gar nicht bewußt, daß saudiarabien so ein rückständiger staat ist. aber schlieslich dürfen auch frauen dort heute noch nicht autofahren!

x aeins
10
Schämt euch

Dass ihr noch einen König wollt;ihr seid
Zu alt;zu eurer Väter Zeit wärs
Ein anderes gewesen.Euch ist nicht zu helfen
Wenn ihr selber euch nicht helft

(Hölderlin,Empedokles)

schnödeWelt
 
00
...

1962 - Offizielle Abschaffung der Sklaverei.

JonBut
10

Im Land der Eidgenossen zB gab es noch in den 70' ern Endmündete, sprich Sklaven (Verdingkinder), auch wurde das Frauenwahlrecht in dieser Zeit in manchen Gemeinden erstmals eingeführt. Also immer das Ganze betrachten. Sehr weit voneiander ist Bildung von Einbildung nicht. Ein Blick in den Vatikan, Israel, US genügt, so auch Iran etc ..

PS: Bin absolut kein Saud Fan, iG.

Adam Smith
 
01

so lustig ist das nicht. Im Sudan gibts heute noch Sklaven, die Regierung ist dabei auch irendwie beteiligt.
In China und Indien gibt es Fabriken in denen Kinder 20 Stunden pro Tag arbeiten müssen.
In anderen Ländern müssen Kinder als Soldaten herhalten.

halvar van flake
10
5.12.2007, 22:50
is nicht ganz vergleichbar...

...aber bei uns heissts halt personalleasing. wird als sachaufwand verbucht....

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.