Diesmal war Gaudio-Time

9. Dezember 2005, 10:33
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Argentinier gewinnt Fi­nale gegen Verdasco in vier Sätzen, im Vorjahr war er im Endspiel noch Massu unterlegen

Kitzbühel - Bei den mit 646.250 Euro dotierten Generali open in Kitzbühel ging der Einzelsieg zum dritten Mal in Folge an einen Spieler aus Südamerika. Nach Guillermo Coria (ARG) und Nicolas Massu (CHI) trug sich am Sonntag Gaston Gaudio in die Siegerliste ein. Der als Nummer drei eingestufte Argentinier gewann das wegen Regens für über zwei Stunden unterbrochene Finale gegen den ungesetzten Spanier Fernando Verdasco mit dem neunten Matchball 2:6,6:2,6:4,6:4 und kassierte für den achten ATP-Titel seiner Karriere 110.600 Euro.

Auswirkung des Selbstvertrauens

"Seit meinem Sieg bei den French Open im Vorjahr habe ich viel Selbstvertrauen und spiele seither mein bestes Tennis auf Sand. Das habe ich auch hier gezeigt", sagte der im Entry Ranking auf Rang 13 geführte Argentinier, der zum dritten Mal in Folge nach Gstaad (Sieger gegen den Schweizer Wawrinka) und Stuttgart (Niederlage gegen Nadal) in einem Finale stand und nun in Tirol bereits zum fünften Mal in diesem Jahr nach Vina del Mar, Buenos Aires, Estoril und Gstaad als Turniersieger den Court verließ. "Ich liebe diese Stadt und komme nächstes Jahr wieder", verkündete er bei der Siegerehrung.

Doch der Erfolgshunger des 26-Jährigen aus Buenos Aires ist deshalb noch lange nicht gestillt. "Ich möchte auch auf Hartplatz, auf dem ich derzeit nicht so gut bin, Spitzenleistungen bringen und natürlich auch beim Masters in Shanghai dabei sein", lauten die nächsten Ziele des relativ kleinen Spielers (1,75 m), der auf Sand zu den Größten zählt und derzeit hinter Spaniens Jungstar Rafael Nadal die Nummer zwei ist. Das zeigt auch ein Blick auf die Saisonbilanz auf diesem Belag, die der diesjährige French Open-Sieger mit 48:2 Siegen vor Gaudio (42:8) anführt.

Gaudio kam langsam in die Gänge

Seine aktuelle Topform demonstrierte der Südamerikaner auch im Kitz-Finale. Gaudio, der im Vorjahrsfinale Massu unterlegen war, hatte es allerdings diesmal bei kühler Witterung gegen den im Entry-Ranking auf Platz 68 geführten Verdasco weit weniger leicht als bei seinem glatten 6:0,6:2 im Kitz-Halbfinale 2004. Der erste Set ging klar an den in dieser Phase sehr stark spielenden Spanier, erst dann kam der Südamerikaner ("Der Beginn am Vormittag war zu früh für mich, ich bin erst von Game zu Game wach geworden") auf Touren.

Und von da an hatte er den 21-jährigen Linkshänder aus Madrid, der auf dem Weg in sein drittes ATP-Finale u.a. Jürgen Melzer (Achtelfinale) und Olympiasieger Massu (Halbfinale) bezwungen hatte, im Griff. Auch die lange Regenpause im dritten Set (bei 4:2-Führung) brachte Gaudio nicht außer Tritt. Der Argentinier, der immer wieder mit seiner exzellenten Rückhand punktete, erwies sich auf dem tiefen Boden als der konstantere Spieler, der allerdings in dem bei Regen absolvierten Finish noch einige Zeit um den Sieg zittern musste. Denn erst mit dem neunten Matchball setzte er nach einer Spielzeit von 2:43 Stunden den Schlusspunkt hinter das Duell mit Verdasco, der am Vortag Massu mit dem achten Matchball niedergerungen hatte.

Mit dem Sieg von Gaudio wurde in Kitzbühel die Vorherrschaft der Sandplatz-Asse aus Südamerika und Spanien prolongiert. Seit dem 1997 erfolgreichen Belgier Filip Dewulf haben nur Spieler aus diesen Regionen in der Gamsstadt triumphiert. (APA)

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    Gaston Gaudio war dieses Mal für die Sektdusche zuständig.

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