Freitag: Jones mit neuer Lockerheit zu Fabelzeit

31. Juli 2005, 17:13
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Die Australierin Leisl Jones unterbot den Weltrekord über 200 m Brust gleich um 72 Hundertstel - Aaron Peirsol "wollte sich verbessern" - Viertes Gold für Phelps

Montreal - Die Glanzlichter am sechsten Tag der Schwimm-Bewerbe der WM in Montreal wurden in den Bewerben mit österreichischer Beteiligung gesetzt: Leisel Jones (AUS) pulverisierte über 200 m Brust die Weltbestmarke von Amanda Beard (USA) in 2:21,72 gleich um 72 Hundertstel. Aaron Peirsol verbesserte über 200 m Rücken seinen Weltrekord um acht Hundertstel auf 1:54,66 Minuten.

Jones hatte von Beginn an ein enormes Tempo angeschlagen, lag bei 150 m 1,75 Sekunden unter der Marschtabelle. "Das hätte ich mir nicht erwartet", war die 19-Jährige von ihre Leistung verblüfft. Ihr Titelgewinn über die 100-m-Distanz vor einigen Tagen, hat der Australien offenbar einen ordentlichen Schub verliehen. Da war ihr der erste große Sieg gelungen, der ihr - oft als Favoritin angetreten - bisher verwehrt geblieben ist. Nun wirkt Jones wie von einer Last befreit. Sie besticht mit ihrem eleganten Stil, der mit seinen langen ruhigen Armzügen drastisch von jenem der Konkurrenz abweicht.

Peirsol hatte sich dagegen den Weltrekord zum Ziel gesetzt. "Ich wollte mich auf dem Weg zu Olympia 2008 verbessern", sagte der 22-Jährige. "Aber jedes Rennen gibt es mehr Leute, die mich schlagen wollen. An die Spitze zu kommen ist leichter als dort zu bleiben."

Sein Landsmann Brendan Hansen wiederholte über 200 m Brust seinen Sieg vor vier Jahren in Fukuoka, als sich der 23-Jährige vor Maxim Podoprigora Gold gesichert hatte. Der Weltrekordler siegte diesmal in 2:09,85 Minuten und kürte sich zum Doppel-Weltmeister. Rang zwei ging an den entsprechend umjubelten Kanadier Mike Brown (2:11,22), Bronze an Genki Imaura (JPN/2:11,54).

Viertes Gold für Phelps

Superstar Michael Phelps holte sich mit der US-Staffel über 4x200 m Kraul als Start-Schwimmer sein viertes Gold bei diesen Titelkämpfen. Der 20-Jährige siegte mit seinen Kollegen Ryan Lochte, Peter Vanderkaay und Klete Keller in 7:06,58, Silber gab es wieder für Kanada (7:09,73) und Bronze ging an Australien (7:10,59). "Wir haben einen Amerika-Rekord aufgestellt, damit sind wir sehr zufrieden", resümierte Phelps.

Über 100 m Kraul der Damen setzte sich Jodie Henry (AUS) in 54,18 klar durch, Malia Metella (FRA) und Natalie Coughlin (USA) kamen in 54,74 ex aequo auf Rang zwei.

Schon sieben Weltrekorde

Vor den abschließenden zwei Wettkampftagen sind im WM-Becken bereits sieben Weltrekorde aufgestellt worden. In der Medaillen-Wertung setzten sich die USA mit elf Mal Gold ab, Verfolger Australien hat es auf bisher acht Titel gebracht. Österreich stieg mit je ein Mal Silber und Bronze auf Position zwölf ein. (APA/red)

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    Nunmehr Doppel-Weltmeisterin: Leisl Jones dominiert auf der Brust-Lage.

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    Aaron Peirsol ist ihr Pendant auf dem Rücken.

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