Qualifying: Rot regiert wieder

31. Juli 2005, 23:39
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Michael Schumacher fuhr auf dem Hungaroring vor Montoya und Trulli auf Pole - Alonso Sechster, Klien Elfter

Budapest - Die in dieser Saison leidgeprüften Ferrari-Fans hatten am Samstag endlich wieder echten Grund zum Jubeln. Weltmeister Michael Schumacher, in der laufenden WM nur Sieger beim Skandalrennen in Indianapolis, hat sich beim Qualifying zum Grand-Prix von Ungarn mit einer überlegenen Bestzeit zurückgemeldet, der Deutsche startet somit am Sonntag (14 Uhr, 70 Runden) zum ersten Mal seit Oktober 2004 (Suzuka) aus der Pole Position.

Die etwas verdutzte Konkurrenz rätselte über das Ferrari-Comeback, denn es bleibt abzuwarten, wie viele Liter Sprit der Rekord-Champion bei seiner tollen Runde an Bord hatte. Neun Zehntel hinter "Schumi" landete Juan Pablo Montoya (COL/McLaren) auf Platz zwei, aus der zweiten Startreihe gehen Jarno Trulli (ITA/Toyota) und der WM-Zweite Kimi Räikkönen (FIN/McLaren) in den 13. von 19 WM-Läufen.

Alonso verhaut letzte Kurve

Der überlegen WM-Leader Fernando Alonso musste sich mit Startplatz sechs zufrieden geben, der Spanier kam nach der Schlusskurve kurz von der Strecke ab und verlor dabei wertvolle Zeit. Der Vorarlberger Christian Klien gewann das Red-Bull-Quali-Duell gegen den Schotten David Coulthard um 0,342 Sekunden, das Bullen-Duo belegte die Ränge elf und 13.

Nach vielen Enttäuschungen durfte Schumacher in Budapest endlich wieder strahlen und die Fans der Scuderia feiern. Die Erleichterung war dem siebenfachen Weltmeister deutlich anzusehen. "Nach so langer Zeit gleich eine Sekunde vorne zu sein, ist ein schönes Gefühl. Ich denke nicht, dass das alles mit der Rennstrategie zu erklären ist. Es bedeutet vielmehr, dass wir einen sehr guten Job gemacht haben", so der Sieger von 84 F1-Rennen, der in Ungarn 1994, 1998, 2001 und 2004 gewonnen hat und damit Rekordsieger ist.

Vor allem für Bridgestone war es Balsam auf die Wunden. Schumacher über die Reifenbäcker: "Sie haben sehr gelitten." Auf die Frage, ob die Bestzeit auch für ihn überraschend kam, meinte er: "Genauso überraschend wie es die Tatsache war, dass wir auf einmal langsam waren. Aber für mich hat es keinen Grund gegeben, nicht an die Ferrari-Rückkehr zu glauben."

Im Gegensatz zu vielen anderen, die auf Grund der fehlenden Überholmöglichkeiten das Qualifying als Vorentscheidung betrachten, meinte Schumacher vorsichtig: "Ich glaube, dass die Rennstrategie noch wichtiger ist." Für Schumi ist es die 64. Pole seiner Karriere, damit fehlt dem Rekordsammler nur noch eine auf die brasilianische Legende Ayrton Senna. Seine Aussichten für den Grand Prix: "Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir ein sehr ernstes Wörtchen mitreden können. Ich freue mich auf einen interessanten Sonntag."

Klien schlägt Coulthard

Während Alonso ein Schnitzer passierte, war für Räikkönen, der nach seinem Out in Hockenheim als Erster ran musste, auf der schmutzigen Strecke nicht viel mehr als Platz vier drinnen. Einen wichtigen Teilerfolg feierte Klien, der auf dem Kurs im Budapester Vorort Mogyorod vor Coulthard blieb. "Das war eine super Runde. Fehlerfrei, das Auto hat viel besser als in den Freien Trainings gepasst." Red-Bull-Motorsport-Chef Helmut Marko war deshalb voll des Lobes: "Seit seinem Wiedereinstieg ins Auto war das sicher seine beste Qualifying-Runde. Punkte sind für uns realistisch, denn unser Rennspeed ist noch besser als der Quali-Speed."

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    64. Pole für Schumi - noch eine, dann hat er Ayrton Senna eingeholt. Doch wie schwer war sein Ferrari?

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