Drastischer Anstieg der Todesraten bei Raucherinnen

29. Juli 2005, 12:19
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Veränderung der Rauch-Gewohnheiten bei Frauen - Weiterhin weniger Lungenkrebsfälle mit Todesfolge bei Männern zu verzeichnen

Wien/Mailand - Europäische Frauen sterben immer häufiger an Lungenkrebs. Zwischen dem Beginn der achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts und den frühen neunziger Jahren stieg die Bronchuskarzinom-Mortalität in den nunmehrigen 25 Mitgliedsstaaten der EU um 23,8 Prozent, bis 2000/2001 um weitere 16,1 Prozent. Hingegen sank die Lungenkrebs-Sterblichkeit der Männer in diesen Ländern zwischen 1988 und der Jahrhundertwende um 13 Prozent. Dies ergab eine Studie, die vor Kurzem in den "Annals of Oncology" der Europäischen Gesellschaft der KrebsspezialistInnen publiziert wurde. In Österreich erhöhte sich die Lungenkrebs-Sterblichkeit bei den Frauen seit 1990/91 um fast 21 Prozent.

Gesamteuropäischer "Trend"

"Bei Frauen sind die Lungenkrebs-Mortalitätsraten im Großteil Europas zwar noch immer erheblich geringer als bei den Männern, aber die Trends unterschieden sich (in den beiden Gruppen nach Geschlechtern, Anm.) deutlich. Ständig ansteigende Werte (bei den Frauen, Anm.) wurden in den meisten Staaten registriert. Sie erreichten extrem hohe Werte von 20 bis 25 Todesfällen pro 100.000 Frauen und Jahr in Dänemark, Island, Irland und in Großbritannien. In den meisten anderen Staaten ist die Lungenkrebs-Sterblichkeitsrate unter zehn Todesfällen pro 100.000 Personen und Jahr, deutlich geringer als in den USA", stellten Dr. C. Bosetti vom Pharmakologie-Institut "Via Negri" und die Co-AutorInnen in ihrer Arbeit fest.

Veränderung der Rauch-Gewohnheiten der Frauen

Da mehr als 90 Prozent aller Lungenkrebs-Fälle durch das Rauchen hervorgerufen werden, könne diese Entwicklung nur eine Folge der Veränderung der Rauch-Gewohnheiten der Frauen sein. Während sich die Männer in den vergangenen beiden Jahrzehnten den Griff zur Zigarette zunehmend abgewöhnten, "pofelten" die Frauen offenbar immer mehr. Die Auswirkungen des Tabakkonsums wirken sich - im Vergleich zur Herz-Kreislauf-Sterblichkeit - mit mehr Verzögerung aus. Die Effekte treten zumeist erst nach 30 und mehr Jahren auf.

Stabilisierung

Besonders stark ist der Anstieg der Lungenkrebs-Mortalität bei Frauen im höheren Lebensalter (35 bis 64 Jahre). Wie die Experten feststellen, zeichnet sich bei den jüngeren Frauen (20 bis 44 Jahre) eine positive Wende ab. Seit Ende der neunziger Jahre hätte sich die Zunahme der Bronchuskarzinom-Sterblichkeit abgeflacht und betrage etwa die Hälfte jener der gleichaltrigen Männer. Etwa um 2015 bis 2020 könnte sich diese Rate dann bei 15 Todesfällen pro 100.000 Frauen und Jahr stabilisieren. Auf jeden Fall aber seien Kampagnen zur Vorbeugung und zur Verhinderung des Tabakkonsums notwendig. (APA)

Link
Lung cancer mortality in European women
Abstract der Studie auf den Seiten der "Annals of Oncology"
  • Bild nicht mehr verfügbar
    Laut Studie ist der Anstieg der Lungenkrebs-Mortalität bei den Frauen im höheren Lebensalter besonders stark.
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