Söhne mit Hacke in Graz erschlagen: Mutter in Psychiatrie eingewiesen

29. Juli 2005, 17:39
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Mutmaßliche Täterin: "Ich wollte Buben diese schlechte Welt ersparen"

Graz - Jene 45-jährige Grazerin, die gestanden hat, am Donnerstag ihre beiden Söhne, 15 und 18 Jahre alt, erschlagen zu haben, dürfte psychisch schwer krank sein. Das ist die Schlussfolgerung der polizeilichen Einvernahmen, die am Freitagnachmittag abgeschlossen wurden. Sie habe ihren Buben "das Leben in dieser schlechten Welt ersparen" wollen und "Ich habe nicht anders können", lautete ihre Rechtfertigung. Die Frau wurde in die Siegmund-Freund-Nervenklinik eingeliefert.

Wie Ermittlungsleiter Alois Eberhart vom Landeskriminalamt gegenüber der APA sagte, habe die mutmaßliche Täterin das Verbrechen einen Tag vor der Ausführung geplant. Erst bei ihrer Festnahme in Wien, wo die 45-Jährige den Beamten freiwillig mitteilte, dass sie "ihre Buben mit der Axt erschlagen" habe, wurde die tatsächliche Waffe identifiziert und später auch im Geräteschuppen gefunden.

"Intakte Familie"

Man habe sich mit der Krankengeschichte der Frau noch nicht genau beschäftigen können, sicher sei allerdings, dass sie schon länger in psychiatrischer Behandlung war, hieß es vom Ermittlungsleiter weiter. Vor Bekanntwerden dieser Ermittlungsergebnisse hatte man über das Tatmotiv gerätselt: Der Ehemann hatte von einer "harmonischen Ehe" gesprochen, die Nachbarn von einer "intakten Familie". Lediglich die Zwillingsschwester der mutmaßlichen Täterin hatte einen Hinweis darauf geliefert, dass die Frau psychisch krank sein dürfte - sie leide unter schweren Depressionen und habe mit der Tat offenbar ihren Mann treffen wollen.

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