Podoprigora nimmt sich Nachdenkpause

29. Juli 2005, 10:42
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Regeneration bis Oktober - "Vielleicht trainiere ich mit den Wasserspringern mit" - Danach Neuanlauf mit frischem Elan

Montreal - Ex-Vize-Weltmeister Maxim Podoprigora macht einen radikalen Schnitt. Nachdem er sich bei der Schwimm-WM in Montreal erstmals nach zehn erfolgreichen Versuchen auf EM- und WM-Ebene nicht für ein Finale über 200 m Brust qualifiziert hat, ja sogar im Vorlauf ausgeschieden ist, wird der 27-Jährige eine Auszeit nehmen. Podoprigora wird sich neu orientieren und danach einen neuen Anlauf nehmen.

In der Kurzbahn-Saison 2002/03 brachte "Podo" seine bis dato letzten starken Leistungen. Damals wurde er auf seiner Paradestrecke Vize-Europameister, feierte Weltcup-Siege und schnappte sich den Europarekord. Es folgte ein zweieinhalb andauerndes Wellental mit teilweise schönen, für den Wiener aber unbefriedigenden Ergebnissen. Viele Krankheiten warfen ihn zurück. "Ich mache daher einmal Pause, ich hatte ja schon sieben Jahre keinen Urlaub."

Sein Trainer Andrzej Szarzynski plädierte für ein halbes Jahr ohne Schwimm-Training, Podoprigora möchte aber nur bis Oktober aussetzen. "Ich werde mich bis dahin fit halten, vielleicht auch bei den Wasserspringern mittrainieren." Sprung-Ass Anja Richter begrüßt diese Idee: "Das Trampolin-Training würde ihm sicher helfen. Es wäre gut, wenn er ein bisschen Akrobatik für die Wende und den Abstoß macht. Max ist bei uns gerne willkommen."

Ein Neueinstieg zwei Monate vor der Kurzbahn-EM im Dezember in Triest macht ein Antreten bei diesen Titelkämpfen unwahrscheinlich. Podoprigora: "Ich schließe nicht aus, dass ich dort schwimme, wenn ich mich qualifiziere. Aber vielleicht schwimme ich auch einige Weltcups." Ob es dann wieder über 200 m Brust geht, ist noch nicht sicher. "Vielleicht trainiere ich die nie wieder und konzentriere mich auf die 100 m", erklärt der Ex-Europameister.

Trainer Szarzynski hatte schon gesagt, dass er seinem Schützling diese Wahl lässt. Über 100 m Brust hatte Podoprigora in Kanada für seine Verhältnisse keine schlechte Zeit markiert, über 200 m Brust blieb er hingegen sogar über dem OSV-WM-Nachwuchslimit für 20-Jährige. Coach und Athlet werden die Leistungen in Montreal noch analysieren. Podoprigora: "Wahrscheinlich waren es die wegen Krankheit fehlenden Trainingskilometer."

Dafür spricht, dass der Ex-Europarekordler im Ausdauer-Bereich ein Defizit hat. Die Laktat-Messung nach dem 200-m-Vorlauf untermauert diese Theorie. "15 Minuten nach dem Rennen hatte ich einen Wert von über neun", verrät der Zeitsoldat. "Das zeigt, dass ich keine Ausdauer habe. Bei meinem zweiten Platz bei der WM in Fukuoka hatte ich unmittelbar nach dem Rennen Laktat zehn." Damals war Podoprigora um mehr als fünf Sekunden schneller als in Montreal. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Podoprigora kommt nicht mehr richtig auf Touren.

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