Kein Durchbruch bei Atomverhandlungen in Sicht

30. Juli 2005, 16:14
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USA loben "nützliche" Gespräche mit Nordkorea - Konferenz wird am Samstag fortgesetzt

Peking - Die USA und Nordkorea bemühen sich weiter um eine Einigung im Streit um das Atomprogramm Pjöngjangs. Vertreter der beiden Staaten trafen am Freitag in Peking zwei Mal zu direkten Verhandlungen zusammen. Ein Durchbruch war zwar weiter nicht in Sicht, US-Chefunterhändler Christopher Hill bezeichnete die Gespräche zu Beginn des vierten Verhandlungstages jedoch als "sehr nützlich". Aus Delegationskreisen verlautete, dass die Sechser-Gespräche, an denen auch China, Russland, Japan und Südkorea teilnehmen, ins Wochenende verlängert werden.

Nach den beiden direkten Verhandlungsrunden zwischen den USA und Nordkorea am Vormittag und Nachmittag (Ortszeit) gab es zunächst keine Stellungnahmen. Hill hatte zuvor vor Journalisten gesagt, die Positionen der USA und Nordkoreas seien noch zu weit auseinander. "Auch wenn die USA und Nordkorea detaillierte Gespräche geführt haben, haben sie ihre unterschiedlichen Auffassungen nicht in dem Umfang verringert, dass sie Fortschritte verkünden könnten", sagte ein japanischer Delegierter nach der dritten Verhandlungsrunde zwischen den beiden Streitparteien am Donnerstag. Positiv sei aber schon die Tatsache direkter Gespräche zwischen den beiden Streitparteien, sagten Diplomaten.

Hill sagte, es gebe kein Zeitlimit für die Ausarbeitung einer gemeinsamen Erklärung der sechs Staaten. "Das kann heute sein, morgen, oder erst nächste Woche. Wir können lange hier bleiben", betonte Hill. "Wir werden erst in vielen Tagen in der Lage sein zu wissen, ob die Gespräche beendet sind", sagte auch ein südkoreanischer Regierungsvertreter am Freitag. Am Samstag soll es wieder ein Treffen der Unterhändler aller sechs Staaten geben, hieß es. Einem Sprecher der chinesischen Delegation zufolge gingen die Gespräche in die richtige Richtung, aber: "Es ist viel zu früh, um zu sagen, ob es einen Durchbruch oder einen Zusammenbruch gibt."

Bei ihrem bilateralen Treffen am Donnerstag hatte Hill dem nordkoreanischen Unterhändler vorgeschlagen, Pjöngjangs Atomanlagen im September von internationalen Experten inspizieren zu lassen. Pjöngjang hatte die Inspektoren der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEO) im Dezember 2002 des Landes verwiesen, nachdem die USA den Vorwurf erhoben hatten, Nordkorea arbeite an einem Programm zur Urananreicherung.

Eine Frist für das Ende der Verhandlungen haben sich die sechs Länder nicht gesetzt. Hill strebte aber für Freitag an, mit dem Entwurf für eine gemeinsame Erklärung zu beginnen. Trotz der Verhandlungen haben es die USA abgelehnt, ein bilaterales Abkommen schließen zu wollen. Nordkorea hatte abweisend auf Sicherheitsgarantien für die komplette Aufgabe seines Atomprogramms reagiert. Das Land fordert darüber hinaus dringend benötigte Hilfslieferungen. Der Konflikt hatte sich im Februar verschärft, weil das Land bekannt gegeben hatte, es verfüge über Atomwaffen. 13 Monate lang waren die Gespräche auf Eis gelegen. (APA/Reuters/dpa)

Seit Dienstag verhandeln die USA, China, Japan, Russland und Südkorea wieder mit Vertretern Nordkoreas über ein Ende seines Atomprogramms. Das stalinistische Nordkorea knüpft seinen Verzicht auf ein Atomprogramm vor allem an eine Normalisierung der Beziehungen zu den USA und eine Zusage Washingtons, die Regierung in Pjöngjang nicht stürzen zu wollen.
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