In Sambia verhafteter Verdächtiger telefonierte mit Attentätern

30. Juli 2005, 10:15
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Mutmaßlicher Hintermann der Londoner Anschläge von 7. Juli nach US-Hinweisen in Südafrika aufgespürt

Lusaka/Johannesburg - Der als mutmaßlicher Hintermann der Selbstmordanschläge vom 7. Juli in London geltende Haroon Rashid Aswat (30) soll 20 Mal mit den vier Rucksackbombern telefoniert haben. Das berichtete der südafrikanische Fernsehsender e-tv am Freitag. Der in sambischer Haft sitzende Brite indischer Abstammung war in Südafrika nach amerikanischen Polizeihinweisen aufgespürt worden.

Obwohl eine Sprecherin der Londoner Polizei die Berichte als Spekulation zurückgewiesen hat, bestätige die britische Botschaft in Lusaka (Sambia), dass sie sich um Zugang zu dem Mann bemüht. Sie werde sich um eine Ausweisung bemühen, sollte die Identität Aswats stimmen. Nach sambischen Medienangaben sind unmittelbar nach Aswats Festnahme britische und US-Anti-Terror-Spezialisten in Sambia eingetroffen.

Aswat hatte sich nach den US-Berichten Wochen vor den Londoner Anschlägen in Südafrika aufgehalten und stand dort wegen des Verdachts, den Aufbau eines Ausbildungslagers für Terroristen im US- Bundesstaat Oregon mitgeplant zu haben, unter amerikanischer Überwachung. Britische Medien hatten Aswat wiederholt als "britischen Al-Kaida-Führer" bezeichnet. Er soll Verwandte in Südafrika haben, berichtete ein nationaler Rundfunksender.

Er war nach südafrikanischen Medienberichten über Simbabwe in den sambischen Touristenort Livingstone gereist, der an den Victoria-Wasserfällen liegt. Die Einreiseformalitäten dort gelten als relativ problemlos. Die sambischen Behörden verweigerten jegliche Angaben zu den Umständen seiner Festnahme. (APA/dpa)

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