WUK: Gekappte Zukunft für Eventorganisatoren

31. Juli 2005, 20:26
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Keine AMS-Unterstützung mehr für ein WUK-Ausbildungsangebot im Kulturbereich

Wien - Ausbildungsangebote für Jugendliche im Bereich der Kulturarbeit sind äußerst rar. Akademiker können postgraduale Kulturmanagementlehrgänge absolvieren, und für Pflichtschulabgänger gibt es seit dem Jahr 2000 eine Lehre als Veranstaltungstechniker - mit gerade einmal dreißig Lehrstellen in ganz Österreich.

Vor sieben Jahren hat deshalb das Wiener Werkstätten und Kulturhaus WUK einen eigenen Ausbildungslehrgang zum Veranstaltungsorganisator und -techniker (VOT) ins Leben gerufen. Und zwar für jeweils 18 junge Erwachsene von 18 bis 24 Jahren, die trotz Matura keinen Job bekamen oder nach einer unterbrochenen Bildungskarriere wieder eine Ausbildung anfangen wollten. Aufgrund der fehlenden Förderzusage des AMS Wien kann der Lehrgang nun nicht mehr angeboten werden.

Laut WUK-Vorstand Christoph Trauner stieß die Qualifizierungsmaßnahme zum beruflichen Einstieg in den wachsenden Kultur- und Eventsektor auf enormes Interesse, jedes Jahr habe es über 200 Bewerber gegeben. Das AMS jedoch sieht keine ausreichende Nachfrage in diesem Bereich.

Eine falsche Einschätzung, meint Trauner: "Die Branche ist durch atypische Beschäftigungsverhältnisse und informelle Vermittlung gekennzeichnet, das AMS wertet aber nur eine dauerhafte Anstellung als erfolgreiche Schulungsmaßnahme."

Erste Schritte geschafft

Die Evaluierung des letzten Jahrgangs zeigt, dass ein Großteil der Absolventen den ersten Schritt auf den Arbeitsmarkt geschafft und teilweise gute Angebote in den Bereichen Theater, Konzert- und Eventorganisation sowie Licht- und Tontechnik bekommen hat. Aber eben hauptsächlich in freien Dienstverhältnissen, die in vielen Branchen überhand nehmen.

Aus der zuständigen Stelle beim AMS heißt es, dass nur eine feste Anstellung "arbeitsmarktpolitisch gefragt" sei. "Wir streben an, dass die Menschen von dem Job leben können und keine Leistungen der öffentlichen Hand beanspruchen." Niemand hätte Anspruch auf Förderung, es gäbe schließlich sehr viele Projektanbieter.

Für das WUK ist diese Argumentation zu einseitig. Die zehnmonatige Ausbildung bestand nicht nur aus fachlichem Unterricht und einem zweimonatigem Berufspraktikum, betont Trauner, sondern bot auch sozialpädagogische Betreuung, Bewerbungstraining und Kurse zur Persönlichkeitsentwicklung, die für die gesamte berufliche Laufbahn nützlich seien. (DER STANDARD-Printausgabe, 29.07.2005)

Von Karin Krichmayr
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