TV: Mutmaßlicher Drahtzieher von London-Anschlägen gefasst

29. Juli 2005, 07:01
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In Sambia festgenommen - Brite pakistanischer Abstammung stand bereits vor den Anschlägen vom 7. Juli unter US-Bewachung

Washington - Der mutmaßliche Drahtzieher der tödlichen Anschläge von London ist den Fahndern einem Fernsehbericht zufolge in Sambia ins Netz gegangen. Der aus Pakistan stammende Haroon Aswat sei in dem südafrikanischen Land gefasst worden, berichtete der US-Sender CNN am Donnerstag unter Berufung auf Quellen in Sambia und den USA. Mehrere Länder verhandelten derzeit darüber, wer den Briten befragen werde.

Brite pakistanischer Abstammung stand unter US-Bewachung

Die US-Polizei war angeblich vor den Terroranschlägen in London am 7. Juli einem mutmaßlichen Mitverschwörer auf den Fersen, aber eine Festnahme scheiterte an den britischen Behörden. Der Mann, ein gebürtiger Brite, befinde sich nun in Sambia in Gewahrsam, berichtete der US-Sender CNN am Donnerstag unter Berufung auf amerikanische und sambische Ermittlungsbeamte.

Die Vereinigten Staaten hatten den 31-Jährigen demnach gesucht, weil er möglicherweise versucht haben soll, in Bly im US-Bundesstaat Oregon ein Trainingslager für Terroristen aufzubauen. US-Ermittler seien ihm vor einem Monat schon einmal "dicht auf den Fersen" gewesen, aber die britische Polizei habe seine Festnahme verhindert.

Frühere Festnahme soll an britischen Behörden gescheitert sein

Ein Ersuchen der USA an Südafrika, Aswat festnehmen zu dürfen, sei an Großbritannien weitergeleitet worden. Die dortigen Behörden hätten aber den Antrag mit Blick auf die britische Herkunft des Mannes abgelehnt. Mittlerweile gebe es Hinweise auf eine mögliche Verbindung des Mannes mit den Terroranschlägen auf U-Bahnzüge und einen Bus, bei denen 52 Menschen ums Leben gekommen waren.

Britische Medien hatten Aswat vergangene Woche als "britischen Al-Kaida-Führer" bezeichnet. Die Londonder "Times" berichtete, Aswat sei zwei Wochen vor den Anschlägen vom 7. Juli in Großbritannien eingetroffen, um die Vorbereitungen zu leiten. Wenige Stunden vor der Tat soll er das Land wieder verlassen haben. Er sei westlichen Geheimdiensten seit mehr als drei Jahren bekannt, hieß es.

Anrufe von den vier Attentätern auf Mobiltelefon des Festgenommenen

Die Jagd nach Aswat hatte sich Medienberichten zufolge verstärkt, nachdem die Ermittler festgestellt hätten, dass er auf seinem Mobiltelefon rund zwanzig Anrufe der vier Attentäter vom 7. Juli empfangen habe. Bei den Anschlägen waren 56 Menschen gestorben. (APA/dpa)

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