Genitalverstümmelung führt häufig zu Unfruchtbarkeit

29. Juli 2005, 01:01
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Neue Ergebnisse schwedischer Studie können maßgeblich für die Präventivarbeit gegen FGM werden

London - Die weltweit in mehr als 30 Ländern praktizierte Genitalverstümmelung an Mädchen führt nach einer neuen Studie häufig zu Unfruchtbarkeit. "Unsere Ergebnisse zeigen eine eindeutige Verbindung zwischen Ausmaß der Genitalverstümmelung und Unfruchtbarkeit. Dieser Zusammenhang ist nicht nur statistisch höchst bedeutsam, sondern auch maßgeblich für die Präventivarbeit gegen den altertümlichen Brauch", schreibt der schwedische Forscher Lars Almroth vom Karolinska-Institut in Stockholm in der neuesten Ausgabe von "The Lancet" (Bd. 366, S. 385-391, 30. Juli).

Infektionen

An der Untersuchung beteiligten sich in den Jahren 2003 und 2004 rund 280 Frauen aus zwei Krankenhäusern in der sudanesischen Hauptstadt Khartum. 99 Teilnehmerinnen waren unfruchtbar, 180 waren erstmals schwanger - alle waren als Mädchen verstümmelt worden. Dabei stellten die WissenschafterInnen fest, dass insbesondere schwere Genitalverstümmelungen mit Infektionen das Risiko einer Frau deutlich erhöhen, unfruchtbar zu werden.

Entscheidendes Argument

Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden noch heute pro Jahr rund 2 Millionen Mädchen verstümmelt. Allein in Afrika seien mehr als 132 Millionen Frauen und Mädchen betroffen.

Die ForscherInnen unter Leitung von Almroth hoffen, mit ihrer ersten Studie dieser Art ein entscheidendes Argument im Kampf gegen die Genitalverstümmelung zu liefern. BefürworterInnen des Brauchs glaubten vielfach, nur so könne ein Mädchen eine gute Ehefrau und Mutter werden. Drohende Unfruchtbarkeit sei deshalb ein neues Argument gegen Genitalverstümmelung. (APA)

Link
Primary infertility after genital mutilation in girlhood in Sudan: a case-control study - Bericht in "The Lancet"
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