Graz: Eingemauerte Briefbomben-Teile im Bad gefunden

29. Juli 2005, 15:30
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Vormieter hatte Bombenattrappe hinter der Badewanne versteckt

Graz - Bauteile für eine Bombe sind am Mittwoch in einer Wohnung in Graz-Gösting entdeckt worden. Bei Renovierungsarbeiten im Badezimmer war der Bruder der Bewohnerin auf Kabel und Zündvorrichtungen gestoßen, die hinter der Badewanne eingemauert waren. Die Polizei nahm daraufhin den Vormieter ins Visier, der vor zehn Jahren durch eine Bombendrohung in einem Grazer Großkaufhaus amtsbekannt geworden war.

Bombenattrappe war für Verlag bestimmt

Der 35-Jährige gestand, dass er die Bombenattrappe vor Jahren einem Verlag schicken wollte, die Bauteile dann aber aus Angst vor einer Hausdurchsuchung eingemauert hatte. Als er umzog, hätte er darauf vergessen. Weitere Ermittlungen wurden eingeleitet.

Vormieter

Der Mann verständigte die Polizei, die gemeinsam mit dem Entschärfungsdienst anrückte. Der Fund wurde per Hubschrauber nach Wien geschickt. Die Labor-Untersuchung war Donnerstagmittag noch nicht abgeschlossen. Danach überprüften die Beamten den ehemaligen Mieter. Dabei stellte sich heraus, dass der heute 35-Jährige, der von 1993 bis 1999 in der Wohnung in Gösting lebte, für den Bau der Bombenteile verantwortlich ist.

Franz-Fuchs-Zeit

Bei der Einvernahme gab der Mann an, dass er die teilweise fertige Bombenattrappe an einen Verlag in Wien schicken wollte. "Er wollte sich zur Franz-Fuchs-Zeit wichtig machen", erklärte einer der ermittelnden Beamten. Dann bekam es der 35-jährige Invalide aber mit der Angst zu tun und versteckte die Utensilien hinter der Badewanne, wo er darauf vergaß.

Vor zehn Jahren war der Mann bereits amtsbekannt geworden, als er mit einem Paket um den Hals drohte, das Grazer Großkaufhaus Kastner & Öhler in die Luft zu sprengen. Damals ist der 35-Jährige zu einem Jahr bedingter Haft verurteilt worden.(APA)

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