Anklage gegen Ex-Innenminister

31. Juli 2005, 20:26
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Hindu-Politiker und früherer BJP-Führer Lal Krishna Advani mit Niederreißung von Moschee in Verbindung gebracht

Rae Bareilly - Gegen Indiens ehemaligen Innenminister und Vizepremier Lal Krishna Advani ist am Donnerstag Anklage wegen Schürens religiösen Hasses erhoben worden. Der 77-jährige Führer der radikalen Hindu-Partei Bharatiya Janata (BJP) muss sich zusammen mit sieben Gefolgsleuten vor einem Gericht in Rae Bareilly im nördlichen Unionsstaat Uttar Pradesh in Zusammenhang mit den schweren Unruhen in Ayodhya, 550 Kilometer östlich von Neu-Delhi, verantworten, wo Hindu-Extremisten Ende 1992 die berühmte ehemalige Babri-Moschee zerstört hatten. Der Angriff auf die Moschee löste schwere Unruhen aus, bei denen mehr als 2000 Menschen ums Leben kamen.

Die Babri-Moschee war im 16. Jahrhundert unter den Mogul-Herrschern errichtet worden. Hindu-Fanatiker wollen dort einen Tempel für ihren - laut Überlieferung in Ayodhya geborenen - Gott Rama bauen, wie es ihn schon unter König Vikramaditya Chandra Gupta (380-415) gegeben hatte. Bereits 1855 und 1934 war es wegen des Religionskonflikts zu Massakern gekommen. Indiens Oberster Gerichtshof hatte 2003 die Forderung der Regierung abgelehnt, Hindus den Zugang zu dem Gelände zu erlauben. Die Höchstrichter begründeten ihre Entscheidung mit der Notwendigkeit, die "Harmonie aufrecht zu erhalten". Vor drei Jahren hatten muslimische Extremisten einen Zug mit Hindu-Pilgern, die aus Ayodhya kamen, in Brand gesteckt und damit eine neue Welle der Gewalt ausgelöst, bei der bis zu 3000 Menschen ums Leben kamen. (APA/AFP)

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    Indiens ehemaliger Innenminister und Vizepremier Lal Krishna Advani.

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