1989 im Fokus dieser Woche

29. Juli 2005, 12:30
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In der Popmusik liegt ewige Wahrheit. Nur welche? Diese Woche betrachten wir "I'm Not The Man I Used To Be" von den Fine Young Cannibals

In den Diskussionen um die "demografische Katastrophe" fällt immer wieder das Wort vom "sozialverträglichen Früh- ableben" - ein Gesellschaftskonzept, das The Who schon lange vor der aktuellen Diskussion in ihrem Slogan "Hope I die before I get old" zusammengefasst hatten.

Auch in I'm Not The Man I Used To Be von den Fine Young Cannibals geht es ums Unbehagen mit dem Älterwerden. Während der Song den körperlichen Verfall gnädig verschweigt, wird der mentale Niedergang umso eindringlicher thematisiert. Verschämt blickt der Erzähler auf seine Lebensbilanz und wünscht sich, wieder der junge Mann von früher zu sein; auf die Herausforderungen des Alters weiß er offensichtlich keine Antwort. Ein nicht gerade seltenes Phänomen: Zu den Problemen, die im Zuge der demografischen Krise gemeistert werden müssen, gehört auch, jene Akzeptanz des Alters zu erreichen, die I'm Not The Man I Used To Be unterschwellig anmahnt.

Wie schon Shakespeare in "König Lear" schrieb: "Du hättest nicht alt werden sollen, ehe du klug geworden warst."
(DER STANDARD, Print-Ausgabe, 29.7.2005)

Von Johannes Waechter


Tracklist

Adeva
I Thank You
De La Soul Me Myself And I
Happy Mondays Hallelujah
The Pastels Anne Boleyn
The Neville Brothers Yellow Moon
Fine Young Cannibals
I'm Not The Man I Used To Be
Rocko Schamoni Sex, Musik und Prügeleien
Stephan Eicher Rien à voir
Pixies Debaser
Neneh Cherry Manchild
Mano Negra King Kong Five
N.W.A. Gangsta Gangsta
Soul II Soul Back To Life -
However Do You Want Me
Frankie Knuckles Presents Satoshi Tomiie Tears
Ziggy Marley & The Melody Makers
One Bright Day
Dinosaur Jr. Just Like Heaven
Queen Latifah Feat. Monie Love Ladies First
Laurie Anderson Strange Angels
Remmy Ongala & Orchestre Super Matimila
Kipenda Roho
F.S.K. "M" wie München
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