Auch Doralt für neue Steuerreform

28. Juli 2005, 11:19
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Finanzrechtler für Entlastung von Klein- und Mittelunternehmern, die bei "größter Steuer­reform aller Zeiten" nicht zum Zug kamen

Wien - Unterstützung von unerwarteter Seite erhält das BZÖ bei der Forderung nach einer Steuerreform. Steuerexperte Werner Doralt, der jahrelang im Rechtsstreit mit Jörg Haider lag, erklärte am Donnerstag in einer Aussendung, die Steuerreform 2004/05 habe vor allem Entlastungen für große Unternehmer gebracht. Für Klein- und Mittelunternehmer sowie für Freiberufler sollte jetzt eine steuerliche Entlastung folgen.

Groß

Das Argument von Bundeskanzler und Finanzminister, es habe soeben die "größte Steuerreform aller Zeiten" gegeben, lässt Doralt nicht gelten: "Was sie dabei nicht erwähnen: Die 'größte Steuerreform' diente in erster Linie den Kapitalgesellschaften, also großen Unternehmen. Während Einzelunternehmer für ein Einkommen von über 50.000 Euro jährlich einem Grenzsteuersatz von 50 Prozent unterliegen, beträgt die Steuer bei Kapitalgesellschaften einheitlich nur 25 Prozent. Auch wenn die Gewinne an die Gesellschaft ausgeschüttet werden, sind es in der Summe nur 44 Prozent."

Klein

Der Steuerexperte ist überzeugt, dass die jüngste Reform wie keine andere Steuerreform zuvor den Klein- und Mittelunternehmer und die freien Berufe benachteilige. "Sie verlangen daher zu Recht auch für sich eine steuerliche Entlastung." (APA)

  • Doralt: "Die 'größte Steuerreform'
diente in erster Linie den Kapitalgesellschaften"
    foto: standard/corn

    Doralt: "Die 'größte Steuerreform' diente in erster Linie den Kapitalgesellschaften"

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