Sturm auf den Hungaroring

31. Juli 2005, 15:52
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1986 durchbrach die F1 in Ungarn erstmals den "Eisernen Vorhang" - In Ermangelung eines ei­genen GPs ist es auch Österreichs Heimrennen

Wien/Budapest - Seit der Streichung des Grand Prix auf dem steirischen A1 Ring im Jahr 2003 ist Formel-1-Österreich ohne Heimrennen - Ersatztermin Nummer eins für die rot-weiß-roten Fans ist seitdem der Ungarn-GP auf dem Hungaroring. Tausende Österreicher werden am kommenden Wochenende Richtung Ungarn pilgern, wo 19 Kilometer vom Zentrum der Hauptstadt Budapest entfernt am Rande der Gemeinde Mogyorod das 13. von 19 Saisonrennen steigt.

Mit der Ungarn-Premiere im Jahr 1986 durchbrach der F1-Zirkus auf Wunsch von Zampano Bernie Ecclestone zum ersten Mal den damals noch existierenden "Eisernen Vorhang". Ursprünglich hatte man zu diesem Zweck Anfang der 80-er-Jahre ein Riesen-F1-Event in Moskau ins Auge gefasst, ab 1983 konzentrierte sich das Geschehen jedoch auf Budapest.

Zunächst Stadtrennen angedacht

Zunächst war ein Rennen durch die Straßen der Budapester Hauptstadt geplant, ehe die Entscheidung fiel, unweit der Metropole eine brandneue Rennstrecke zu bauen. Und das passierte in Rekordtempo: 1985 war Baubeginn, 1986 folgte die Eröffnung und am 10. August die Formel-1-Premiere hinter dem "Eisernen Vorhang" vor fast 200.000 Zuschauern. Nelson Piquet siegte vor Ayrton Senna und Nigel Mansell, der Tiroler Gerhard Berger schied mit seinem Benetton aus.

Die Strecke ist in ein idyllisches Tal gebettet und wird deshalb auch "Flacher Teller" genannt. Teller deshalb, weil die Zuschauer vom Rand des "Tellers", von fast allen Tribünen aus rund 80 Prozent der Piste überblicken können - Vergleiche mit einer Amphitheater-Atmosphäre sind nicht selten. Die Top-Geschwindigkeiten von 320 km/h werden auf der 700 m langen Start-Ziel-Gerade erreicht, Überholmanöver sind auf dem engen, sehr verwinkelten, 4.381 Meter langen Kurs, der deshalb auch "Monaco des Ostens" genannt wird, nur schwer realisierbar.

Montoya mag die Kartbahn nicht

Der Kolumbianer Juan Pablo Montoya, der gemeinsam mit seinem McLaren-Stallgefährten Kimi Räikkönen zu den heißesten Sieganwärtern gehört, zählt nicht zu den eingefleischtesten Hungaroring-Fans. "Die Stadt Budapest gefällt mir sehr gut, aber der Hungaroring zählt nicht zu meinen Lieblingsstrecken. Er erinnert mich eher an eine Kartbahn als an eine Formel-1-Strecke."

Auf der Rennstrecke geht es am Freitag um 11:00 Uhr mit dem ersten Freien Training los, für die Fans lohnt sich jedoch bereits eine Anreise am Donnerstag. Alle Zuschauer mit Tickets können in aller Ruhe die Boxengasse samt Boxen und Boliden inspizieren, die Mechaniker und Renningenieure stehen Rede und Antwort.(APA)

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    Rasen am Hungaro-Ring.

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