Giftige Algen in Ligurien: WWF beruhigt

31. Juli 2005, 20:41
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Frühwarnsysteme und Badeverbote reichen aus - Nicht Algen sondern Abwasser sind das Problem

Rom/Frankfurt/Main - Nach den Berichten über giftige Algen und Hepatitis-Fälle in Ligurien hat die Umweltstiftung WWF-Deutschland davor gewarnt, unnötige Panik unter Küstenbewohnern und Urlaubern zu verbreiten.

Zwar seien die gesundheitlichen Auswirkungen giftiger Algenblüten nicht zu unterschätzen, jedoch sei es falsch, jeden Krankheitsfall voreilig auf die Algen zurückführen, teilte der World Wide Fund for Nature (WWF) mit.

Nicht die Algen, sondern ins Meer geleitete Abwässer seien Überträger von Hepatitis-Viren, betonte der WWF. Algenblüten schadeten dagegen in erster Linie der Meeresumwelt, weshalb es dringend nötig sei, sinnvolle und langfristige Präventivmaßnahmen zu ergreifen.

Ausgeprägte Frühwarnsysteme und vorübergehende Badeverbote reichten aus, um die Menschen vor leichteren Vergiftungen durch Algen zu schützen.

Fast 200 Menschen erkrankt

Nach der rasanten Verbreitung einer tropischen Alge vor Genua hatten sich in der vergangenen Woche fast 200 Menschen mit Übelkeit und Fieber im Krankenhaus behandeln lassen. Wenige Tage später mussten sich rund 20 Patienten mit Hepatitis-A-Symptomen in der ligurischen Hafenstadt behandeln lassen. Fast alle gaben an, zuvor Meeresfrüchte verzehrt zu haben.

Meeresfrüchte

Rohe oder ungenügend gekochte Meeresfrüchte sind unabhängig von der Algenblüte als Infektionsquelle für Hepatitis A bekannt. Sie nehmen die Viren über ungeklärte Abwässer auf.(APA)

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    An den Stränden in Genua wurde es seit der Algenplage ruhig

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