Freundin mit Sektflasche erschlagen: Steirer verurteilt

28. Juli 2005, 10:23
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An die Tat selbst konnte sich der 69-Jährige nicht mehr erinnern

Graz - Zu 15 Jahren Haft wurde ein 69-jähriger Steirer am Mittwoch im Grazer Straflandesgericht verurteilt. Die Geschworenen befanden ihn für schuldig des Mordes an seiner Freundin, die der Angeklagte mit einer Sektflasche im Herbst vorigen Jahres erschlagen haben soll. Der 69-Jährige erbat sich Bedenkzeit. Die Staatsanwältin gab keine Erklärung ab.

An die Tat selbst konnte sich der Beschuldigte nicht mehr erinnern, er bestritt auch jede Tötungsabsicht. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Der Mann hatte die 30 Jahre jüngere Frau im Jahr 2002 kennen gelernt. Seit damals wohnte sie auch immer wieder bei ihm. Die Frau hatte laut Anklageauch Kontakten zu anderen Männern.

Am 15. September ging der Mann vor seiner Freundin schlafen. Als er mitten in der Nacht aufstand, saß sie mit einem fremden Mann in der Küche. Als die Frau später ins Schlafzimmer kam, erklärte sie ihrem Freund, sie habe 100 Euro aus seiner Brieftasche genommen und wäre noch etwas trinken gewesen.

Daraufhin brach ein Streit aus. Der 69-Jährige ergriff eine leere Sektflasche, die neben dem Bett stand, und schlug laut Anklage damit auf die Frau ein. Diese erhielt mindestens zehn Schläge auf den Kopf und brach schließlich tot zusammen.

Keine Erinnerung

Der Steirer konnte sich an die Tat nicht erinnern, auch nicht daran, dass er die Tote umgezogen und die Wohnung notdürftig gereinigt hatte. "Ich habe nichts gesehen, für mich war es stockfinstere Nacht."

Die Geschworenen entschieden, dass es Mord war. (APA)

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