Frankreich: Kampf gegen Diskriminierung in der Disco

28. Juli 2005, 22:29
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Opfer sollen sofort die Polizei verständigen - Polizei muss anrücken und den Sachverhalt klären

Paris - Angesichts anhaltender Klagen über Rassismus in Frankreichs Discotheken geht die Regierung in Paris in die Offensive: Gleichstellungsminister Azouz Begag kündigte einen Großversuch in der Hauptstadt an. Dabei sollen Diskriminierungsopfer, die an der Disco-Tür abgewiesen werden, sofort die Polizei rufen. Beamte sollten dann unmittelbar anrücken und den Sachverhalt klären.

Bei wiederholten Diskriminierungen soll nach Begags Angaben das betroffene Etablissement unter Beobachtung gestellt werden. Auch die Staatsanwaltschaft könne eingeschaltet werden. Über eine Schließung von Discotheken habe weiterhin der Präfekt zu entscheiden.

Der algerischstämmige Minister betonte, er selbst sei bereits mehrfach von Türstehern an Disco-Besuchen gehindert worden. Anfang des Monats hatte die Organisation SOS Racisme Testkunden in 50 Discos in 15 französischen Städten geschickt. Vor allem in Paris, Toulouse und Bordeaux wurden Schwarze und Nordafrikaner nicht eingelassen.(APA)

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